Keine Ahnung, warum ich die Mülltonne nicht einfach in den Müll geworfen habe, damals, als ich mal wieder versehntlich auf sie drauftrat. Eine kleine grüne eckige Mülltonne ohne Deckel, sie ist Bestandteil eines Plastikmüllautos und vollkommen unspektakulär. Dachte ich.
Unsere Söhne schlagen sich um das kleine Teil, als wäre es so eine Art heiliger Gral. Die Mülltonne muss mit ins Bett, in den Kindergarten, in die Badewanne. Wer sie in der Hand hält, ist der King und kann sich einer Fäuste schwingenden Belagerung durch den Bruder sicher sein. Franz und Paul haben “Mülltonne” längst in ihren Wortschatz aufgenommen – dabei gibt es sicher leichter zu sprechende Wörter.
Ich würde den beiden sofort eine zweite Mülltonne kaufen, finde sie aber in keinem Laden. Weil ich auch den dazugehörigen Laster nicht finden kann. Dabei weiß ich natürlich, dass eine zweite, identische Mülltone den Streit nicht beenden würde, sie würde den Streit lediglich verlagern. Auf ein anderes Spielzeug, das in unserer Wohnung nur einmal vorhanden ist. Die Logik der Kinder funktioniert nämlich – beispielhaft – nach folgendem Prinzip: Paul hat ein Auto. Franz will es auch. Paul gibt es aus Prinzip nicht her, denn er weiß, das Auto ist knapp und damit begehrt. Taucht ein zweites, identisches Auto auf, verliert es den Reiz der Knappheit. Und wird ergo von keinem der beiden mehr begehrt.
Endlich kapiere ich die Börsennachrichten!