Für den Beruf der Hebamme gibt es keine männliche Bezeichnung. Im Gegenzug ist der Männerwelt jedoch ein wunderschönes Wort vorbehalten, für das es wiederum kein weibliches Adäquat gibt – der Familienvater. Dieses Wort hat so etwas pompös-sympathisches.
Wer als Frau sagt, er sei neben Job eben auch noch Mutter, der ruft wohl oft nicht mehr als ein Gähnen hervor. Wer als Mann hingegen erwähnt, er sei neben der Karriere eben auch noch Familienvater – oh, dem fliegen die Herzen zu, das klingt direkt so engagiert und gefestigt. Ein Familienvater, sehen Sie nur, DEM kann man vertrauen.
Ich bin keine Feministin im herkömmlichen Sinne, ich stelle das hier ganz nüchtern fest. Trotzdem würde mir der Gegenbegriff der Familienmutter dann doch ganz gut gefallen, einfach weil er so viel edler klingt und unsere Rund-um-die-Uhr-Arbeit viel treffender würdigen würde. Aber ich möchte ja fair bleiben. Deal ist Deal, nicht wahr? Für die Familienmutter möchte ich den Männern also ein konkretes Angebot machen: den Hebammer. Klingt doch echt männlich, oder?
Liebe Familienmutter, in der Ornithologie kennt man die “Goldammer” (auch die männlichen), weiß aber nicht, ob das feministisch durchgeht……
det fiel mir noch ein: EBERHAMMER. Det kläng doch auch recht jefesticht, oder?