Am Anfang, wenn alles noch rosarot ist, da merkt man das ja noch gar nicht so. Aber irgendwann, da kommt dann die Erkenntnis: Scheiße, ich kann mich ja nicht einmal mehr auf eine einzige Sache konzentrieren.
Wenn ich ins Bad will, kommt ein Kind mit, wenn ich telefonieren will, quatscht jemand dazwischen, mache ich die eine Sauerei sauber, wird im nächsten Zimmer schon die nächste Milch-Spüli-Kakaopulver-Sauerei in die Dielen gerieben, wenn ich eine Mail schreiben will, haut dauernd jemand in meine Tasten.
Ist das Multitasking? Ist ja auch egal, jedenfalls führt diese Dauer-Doppel-bis-Dreifach-Anstrengung dazu, dass ich beim Autofahren nicht einmal mehr Radio hören will, weil das dann ja auch schon wieder eine Überlastung meiner Nervenkanäle wäre: Autofahren+Kinderunterhaltung+Musik.
Nun: Ich wende jetzt jedenfalls etwas an, das hilft. Ich nenne es Tunnelblick. Ich habe mein Ziel vor Augen. Und lasse mich durch nichts davon nicht abbringen. Ich konzentriere mich nur auf diesen einen Punkt da in meinem Hirn (hilft so ein Fixpunkt nicht auch bei der Tiefenenstpannung?), nur auf mein Ziel.
Ich werde zum Mutter-Panzer, den nichts und niemand stoppen kann, ich walze alles platt, was mir auf dem Weg zum Ziel in die Quere kommt.
Ein Beispielziel: Ich sauge jetzt diesen Raum sauber.
Das Telefon klingelt? Überhöre ich.
Das Kind ruft: “Feeeeeertig!” Ignoriere ich.
Das andere Kind schmeißt seine Smarties in den Weg. Sauge ich mit weg.
Doof wirds erst, wenn man dann doch ans Telefon geht. Und sich trotzdem nicht ablenken lassen will. Gestern passiert.
Ich saß an einer Uniarbeit. Hatte nur Crossmedia und Gliederungen und Fußnoten im Kopf. Da rief mein Mann an. Hmm, jaa, hmm, waren meine einzigen Antworten.
Er dachte, ich hätte Drogen genommen, mindestens. Dabei hat er ihn nur kennengelernt: Meinen neuen Mutter-Panzer-Tunnel-Blick.
Soll er sich ruhig mal dran gewöhnen. Der Mama-Terminator ist nämlich erst am Anfang eines bitterbösen Krieges gegen das Chaos…
Na das ist doch eine wunderbare “Anleitung”, ich kann mir deine Situationen bildlich gut vorstellen. Diesen von dir beschriebenen Tunnelblick kann man teilweise auch bestens bei der Büroarbeit anweden, ersetzte dabei Kinder durch Kunden oder nervige KollegInnen
Gute Idee, das mit den Kollegen merken wir uns…
Tunnelblick? Siehst Du schon ein Licht am Ende des Tunnels? Wünsche Dir ein schönes Wochenende!
Danke, Die auch Und ja! Licht! Der gestrige Abend hat uns beleuchtet..äh…erleuchtet.
.
Na aber ist das nicht normal?
Sind wir nicht eh total normal? Alle auf unsere eigene Weise?