Thailändischer Wasserfall (Lisa)

Mein Erfolgserlebnis des Tages: Ich habe Franz` zweiten Schuh wiedergefunden. Genauer gesagt: Paul hat ihn wieder gefunden. Und das, ohne

  1. den kompletten Müll durchwühlt zu haben
  2. die Wäschebox aus- und erfolglos wieder einzuräumen
  3. den Kindern anzudrohen, allein ins Bett zu gehen, wenn sie mir nicht sofort sagen, wo der verdammte Schuh ist.

Das Problem an Schuhen ist nämlich, das sie teuer sind. Um die 36 Euro pro Kind und Schuhpaar. Bei drei Kindern summiert sich ein jeder Schuhkauf auf satte 108 Euro. Und die Füße wachsen ungefähr alle drei Monate um eine Nummer. Darum haben wir KEINE Ersatzschuhe. Da die Kleinen aber durch den Berliner Schneematsch stapfen möchten und sollen, ist so ein Schuh schon ein wichtiges Gut. Gestern Nachmittag verschwand also auf mysteriöse Weise Franz` rechter Schuh. Das allein ist noch keine Nachricht wert, denn das passiert etwa dreimal täglich, weil er so gern Anziehen/Ausziehen spielt. Neu war, dass der Schuh bis zum Abend einfach nicht mehr auftauchen wollte. Ich hab im Trockner geschaut, in der Spülmaschine, in den Spielkisten, erfolglos. Heute Mittag, Franz schlief noch, schlich sich Paul mal wieder zum verbotenen Fernsehschrank. Der wird verschlossen gehalten von feinen IKEA Patruls, extra hergestellt, um Kinder von gewissen Dingen fernzuhalten. Mag sein, dass manche Kinder darauf reinfallen. Paul nicht. Mit seinem hämischen Grinsen umgeht er geschickt die Kindersicherung und siehe da: Heute holt er nicht die gesamte Sky-Box plus alle wichtigen Fernbedienungen raus, sondern einen feinen blau-gefütterten Schuh. Und weil das noch nicht reicht an Erfolgsmeldungen für heute, hier noch Erfolgerlebnis Nummer Zwei:

Während ich das hier gerade schreibe, hat Paul mein gesamtes frisch gekauftes, noch dampfendes Gemüse-Soja-Huhn-Thai-Essen so geschickt vom Esstisch gezogen, dass es auf jeder Stufe des Hochstuhls entlangplatschte wie ein feiner thailändischer Wasserfall. Ich habe also immer noch Hunger, meine sojagesprenkelten Finger kleben an jeder Taste meines Computers und ich habe das alles OHNE Wutanfall bewerkstelligt. Ist doch toll, oder? Ich bin die Ruhe selbst und mach mit jetzt ein Gläschen Babybrei. Bätsch!

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Über nusenblaten

Es geht um eine Mutter, einen Vater und ihre drei Kinder. Erst im Kinder-Mekka Prenzlauer Berg, nun mitten auf dem Land mit Ziegen und Fernweh. Es geht um die großen und kleinen Themen der Elternschaft. Der abwechselnde Blick von Mutter und Vater sorgt für teils überraschende, teils lustige Einblicke in die Welt zweier berufstätiger Eltern mit drei Kindern, die in nur zwei Jahren geboren wurden.
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