Von Windeln verweht (Markus)

 

Windeln und Feuchttücher sind Dinge, von denen ich vor vier Jahren gerade einmal wusste, dass es sie gibt. Heute, drei Kinder später, sind sie für mich ungefähr so bedeutend geworden wie Bier, Pasta mit Pesto und Schokolade. Ist eines von ihnen aus, bekomme ich Panik. Oder haben Sie schon mal Bundesliga geguckt ohne Bier? Na, also!

Anders als Bier und Pasta liegen Windeln und Feuchttücher bei uns überall in der Wohnung herum. Im Wohnzimmer, im Badezimmer, im Kinderzimmer. Auch in der Küche, im Mülleimer, dann nämlich, wenn sie voll geschissen sind.

Die Omnipräsenz der Windel hat einen einfach Grund: Man weiß nie, wann und wo man sie gerade braucht. Das heißt aber auch, dass die Bedeutung der Windel die des Bieres deutlich übertrifft (das muss man sich erst einmal bewusst machen!) Bier muss vor allem samstags um 18.30 Uhr und mittwochs um 20.45 Uhr im haus sein. Windeln und Feuchttücher brauchen keine Anstoßzeiten. Sie spielen immer. Englische Windel-Wochen sozusagen.

Das ist wichtig zu wissen, um zu erklären, warum ich bei Windeln und Feuchttüchern ein Markenbewusstsein entwickelt habe, das über das beim Bier und bei der Schokolade weit hinausgeht. Pampers!

Beim Bier darf’s Becks, Veltins, Budweiser, meinetwegen auch Warsteiner sein. Bei Windeln nur Pampers!

Merkwürdig? Nein! Qualität hat nicht nur ihren Preis. Qualität setzt sich auch durch. Ich behaupte: Nirgends so stark wie bei Windeln und Feuchttüchern.

Billigwindeln von Billigheimern heißt: die Lasche klebt nicht richtig, die Lasche reißt, die ganze Windel reißt, Pipi läuft aus, Kacke auch.

Noch wichtiger als bei Windeln ist die Qualität bei Feuchttüchern: Nur Tücher der Marke P. lassen sich eines nacheinander mit einer Hand aus dem Plastik-Beutel ziehen. Bei allen anderen Marken klebt ein Tuch an dem anderen. Und wenn man zieht und zieht, hat man sofort eine Tuchschlange in der Hand und – schwupps – sind alle Tücher aufgebraucht, weil man sie ja nicht wieder zurückstopfen will. Wickeln muss vor allem schnell gehen. Und da ist jede gerissene Lasche, jedes Tuch, das sich nicht sofort löst, so ärgerlich wie ein Jetta-Fahrer mit Hut auf der Autobahn.

Wer jetzt fragt, warum man nicht einfach ein Tuch herauszieht und das folgende Tuch festhält, damit es im Beutel bleibt, hat noch nie in seinem Leben ein Kind mit Nicht-Marken-Feuchttüchern gewickelt. Denn sonst wüsste er: Man hat nur eine Hand frei (die andere hält den dreckigen Baby-Po von der Wickelauflage fern). Und damit wären wir wieder beim Bier. Auch wer Fußball guckt, hat nur eine Hand frei – denn in der anderen ist ja das Bier.

Aber schon mal mit einer Hand gewickelt? Nein, wenigstens da ist Ruhe.

Über nusenblaten

Es geht um eine Mutter, einen Vater und ihre drei Kinder. Erst im Kinder-Mekka Prenzlauer Berg, nun mitten auf dem Land mit Ziegen und Fernweh. Es geht um die großen und kleinen Themen der Elternschaft. Der abwechselnde Blick von Mutter und Vater sorgt für teils überraschende, teils lustige Einblicke in die Welt zweier berufstätiger Eltern mit drei Kindern, die in nur zwei Jahren geboren wurden.
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2 Antworten zu Von Windeln verweht (Markus)

  1. Ein echter Ossi schreibt:

    Ich wusste gar nicht, dass Wessis so viel Herz haben, um Kinder in die Welt setzen zu können! Ihr seid doch eigentlich emotional so liebevoll wie ein tiefgekühltes Hähnchen 😉
    Aber nichts für ungut: Toller Blog!!

  2. Pingback: Zwei Jahre Zwillinge (Lisa) « Nusenblaten

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