Milch für den ECHO (Lisa)

Da soll nochmal einer sagen, Promis seien auch nur Menschen. Stimmt nicht! Wie sonst sollte man sich erklären, dass sie bereits 12 Stunden (oder Tage, ist ja auch noch früh) nach der Geburt des eigenen Kindes wieder fröhlich lächelnd auf der ECHO-Verleihung sitzen und in irgendwelche Kameras starren? Gestern wieder geschehen.

Nullpromi Sandy Meyer.-W. (aus Persönlichkeitsrechsgründen kürzen wir den Namen bis zur Unkenntlichkeit) sitzt da bestens frisiert im Publikum, Makeup-Schnute, das Gesicht ein bißchen aufgequollen noch, aber immerhin – sie ist da und sie grinst. Ich frage mich: Wo ist Dein Baby? Und vor allem: Wie wird es ernährt, jetzt, da Du nichts Besseres zu tun hast, als die Nullbotschaft Deines Daseins zu zelebrieren?

Ich bin kein Verfechter der Du-musst-unbedingt-Stillen-sonst-wird-Dein-Kind-ein-schlechtes-Kind-Fraktion. Aber es ist ja nicht anzunehmen, dass überhaupt gar kein Promi sein Kind stillt, denn Sandy Meyer-W. ist ja kein Einzelfall.

Heidi Klum und wie sie alle heißen. Die rasen ja vom Kreißsaal sofort auf den Laufsteg oder ins Fotostudio der BUNTEN (z. B. Boris Becker mit Anhang). Glauben die alle an den Mythos, dass Stillen Hängebrüste verursacht? Oder stillen sie aus noch minderen Beweggründen nicht, nämlich um keine Party zu verpassen? Ich jedenfalls konnte mich in den ersten sechs Monaten nach der Geburt keine halbe Stunde von meinen Kindern entfernen. Wollte ich auch gar nicht.

Wie machen die Promis das also? Sie müssen andere Mittel und Wege finden, um alle Bedürfnisse miteinander zu verbinden. Stillen UND Party. Vor meinem inneren Auge sehe ich Sandy Meyer.-W., wie sie kurz vor der ECHO-Verleihung zwischen Designerkleid und Makeup-Artist ihre Muttermilchpumpe aufbaut.

Sie hat sicherlich so ein fahrbares Hightech-Gerät, bei dem man beide Brüste gleichzeitig abzapfen kann. Sie nimmt Platz, beugt sich nach vorn, setzt die Plastik-Pfropfen – links pfropf, recht pfropf – auf ihre blanken, prallen Busen und betätigt den Einschalt-Knopf. Srrr, srrr, srrr. Rhtyhmisches Surren. Die Milch schießt in Plastikfläschchen, es riecht nach Kuhstall. Was man nicht alles tut, für so ein bißchen Rampenlicht am Abend.

Fein konserviert stellt sie die abgepumpte Muttermilch in den XXL-Kühlschrank ihres Babysitters und stöckelt auf den roten Teppich. Würdevoll. Da soll nochmal einer behaupten, Promis seien keine Menschen…

Über nusenblaten

Es geht um eine Mutter, einen Vater und ihre drei Kinder. Erst im Kinder-Mekka Prenzlauer Berg, nun mitten auf dem Land mit Ziegen und Fernweh. Es geht um die großen und kleinen Themen der Elternschaft. Der abwechselnde Blick von Mutter und Vater sorgt für teils überraschende, teils lustige Einblicke in die Welt zweier berufstätiger Eltern mit drei Kindern, die in nur zwei Jahren geboren wurden.
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2 Antworten zu Milch für den ECHO (Lisa)

  1. Jägerin schreibt:

    Ach Lisken, du hast die gleichen Gedanken wie ich gehabt. Habe auch in den Echo gezappt und war erstaunt über Sandys rundes Gesicht (sah besser aus als vorher), abgeturnt von Ollis rundem Bauch und verwundert über das nicht anwesende Kind, das aber zu jedem Flachwitz (Hey Olli ich will ein Kind von dir – geht nicht mehr – har har) hergenommen wird.
    Blog schön weiter – die Jägerin

  2. funnyanni schreibt:

    Tja Lisa, mir ging das gleiche durch den Kopf als ich den Echo einschaltete. Frage mich sowieso immer wie die das alle machen. Auch ich konnte mich von meinen Kinder nicht trennen. Und die Verleihung ging ja bestimmt auch eine Weile…
    Nun gut, wer’s braucht.
    Freue mich auf mehr von euch.

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