Namen sind (keine) Nachrichten (Markus)

Berlin hat zwölf Bezirke – und die könnten unterschiedlicher kaum sein. Pankow ist – vor allem in seinem Stadtteil Prenzlauer Berg – kinderreich. Friedrichshain-Kreuzberg ist bei Studenten beliebt und für die Grünen ein Eldorado. Steglitz-Zehlendorf gilt als bürgerlich, was man auch daran erkennt, dass hier immer noch die CDU stärkste Partei ist. Anders in Lichtenberg, wo die Stasi einst ihren Sitz hatte und die Linke als Heimatpartei gilt. In Mitte hat fast jeder zweite Bewohner einen Migrationshintergrund, in Treptow-Köpenick nur jeder zehnte. Neukölln gilt als Armenhaus Berlins. Hier ist die Quote der Hartz-IV-Empfänger am höchsten.

Wie extrem die Unterschiede sind, lässt sich sehr gut bei einem Spaziergang von Prenzlauer Berg (ehemals Ost) nach Wedding (ehemals West) erfahren: Auf Prenzlauer Berger Seite frisch sanierte Fassaden, Mütter, die Kinderwagen schieben, teure Wohnungen, die bei jeder Neuvermietung um 20 Prozent teurer werden. Viele edle Autos am Straßenrand. Und auf Weddinger Seite: Fassaden, von denen der Putz blättert, viele Migranten, wenige Autos, Altbauwohnungen, die bei jeder Neuvermietung eher günstiger werden, damit überhaupt noch jemand einzieht.

Trotz siginfikanter Unterschiede also haben Prenzlauer Berg und Wedding eines gemeinsam – und sie teilen diese Gemeinsamkeit mit fast allen anderen Bezirken und Unterbezirken: Eltern nennen ihre Kinder am liebsten Marie, Sophie, Paul oder Alexander. Diese Namensfavoriten waren 2009 in allen Bezirken nahezu identisch.

Von wegen Individualisierung. Der Eindruck von Prenzlauer Berger Spielplätzen mit ihren Edgars und Konrads, den Iggys und Johnnys, den Svantes und Kiras – er täuscht. Wenige Ausreißer in einem möglicherweise extremen Kiez, einem Kinderkiez. Drumherum ticken alle Eltern gleich, uns eingeschlossen.

Und doch, einen kleinen bezirkstypischen Ausreißer im Namensranking gibt es dann doch: In Neukölln steht unter den Top-3 ein Name, den wir so nicht erwartet haben: Ali.

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Über nusenblaten

Es geht um eine Mutter, einen Vater und ihre drei Kinder. Erst im Kinder-Mekka Prenzlauer Berg, nun mitten auf dem Land mit Ziegen und Fernweh. Es geht um die großen und kleinen Themen der Elternschaft. Der abwechselnde Blick von Mutter und Vater sorgt für teils überraschende, teils lustige Einblicke in die Welt zweier berufstätiger Eltern mit drei Kindern, die in nur zwei Jahren geboren wurden.
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