Ausgerechnet (Lisa)

Gewisse Dinge folgen einer immer gleich bleibenden Logik. Zum Beispiel dieses:

a) Man möchte etwas kaufen, b) man bekommt es und c) man besitzt es.

a+b=c

Eine einfache Formel, die auf viel Dinge zutrifft, nicht aber auf Kinder.

a) Man möchte ein Kind, b) man bekommt es und c) man besitzt es … nicht.

a+b=?

Ein Kind gehört nämlich nur sich selbst, das führt mir meine Tochter täglich vor Augen. Dann nämlich, wenn ich ihr irgendeinen Gefallen getan habe und sie zum Dank sagt: „Mama, Du bist mein Freund. Ich lade Dich zu meinem Geburtstag ein.“ Dieser Ausspruch wirkt noch einprägsamer, wenn ich ihr mal einen Gefallen abgeschlagen habe und sie mir sagt: „Du bist nicht mein Freund. Ich lade dich nicht zu meinem Geburtstag ein.“ Da schlägt mein mütterliches Gehirn natürlich Purzelbäume. Schließlich habe ich am Tage der Geburt die ganze Arbeit gehabt. Und schließlich richte ich ihre Geburtstagsparty aus.

Sie lädt mich also ein. Oder auch nicht.

Und zeigt mir damit, dass sie zu mir aber nicht mir gehört. Weil sie ihr kleines Leben selbst in die Hand nimmt. Weil sie mit ihren dreieinhalb Jahren bereits eine unabhängige eigenständige Persönlichkeit ist, die selbst die Regeln festlegt und die Richtung vorgibt. Indem sie mit der ganzen Macht ihrer zarten Mädchenstimme Einladungen oder Ausladungen ausspricht.

Es mag für die Mathematik also ganz hilfreich sein, mit Formeln zu arbeiten. a+b=c. Fürs Leben aber taugen sie nichts.

Über nusenblaten

Es geht um eine Mutter, einen Vater und ihre drei Kinder. Erst im Kinder-Mekka Prenzlauer Berg, nun mitten auf dem Land mit Ziegen und Fernweh. Es geht um die großen und kleinen Themen der Elternschaft. Der abwechselnde Blick von Mutter und Vater sorgt für teils überraschende, teils lustige Einblicke in die Welt zweier berufstätiger Eltern mit drei Kindern, die in nur zwei Jahren geboren wurden.
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Eine Antwort zu Ausgerechnet (Lisa)

  1. Andreae schreibt:

    Mathematik ist Philosophie, funktioniert nur in den selbst gesteckten Grenzen:
    Lehrer sagt: nehmer mal 3 Äppel. Da ziehen mer 5 von ab. Wat hammer?
    Mathematisch heißt das Ergebnis minus 2.
    Real heißt das, die Äppel sinn fott. Lehrer kann auch mehr substrahieren, bleibt so.
    Alte kölsche Philosophie: wat fott is is fott.
    Fürs Leben taugt mal dieses und mal jenes.
    Besser: Äpfel essen, lecker………..

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