Auf die Länge kommt es an (Markus)

Sage noch jemand, auf die Länge komme es nicht an. Doch, verdammt, es kommt sehr wohl auf die Länge an! Ist er zu kurz, haben wir den Salat und die Laune meiner Frau ist dahin. Das hat weitreichende Auswirkungen auf den Rest des Tages. Ein Gefühl der Unausgeruhtheit stellt sich ein, der Anspannung, der Gereiztheit.

Neulich war es wieder soweit: Gerade noch hat sie sich zu entspannen begonnen, tief eingeatmet, selig die Augen geschlossen, den Moment genossen – da war es auch schon wieder vorbei. Zu kurz, wieder einmal. Sie hätte es wissen müssen, sie kennt das ja schließlich. Seit Monaten geht das so.

Trotzdem hofft sie jedes Mal von Neuem, dass er diesmal länger, intensiver und ausdauernder ist, der Mittagsschlaf unserer Kinder.

Vielleicht liegt es einfach nur daran, dass wir anspruchslos geworden sind, aber ein zweistündiger und gleichzeitiger Mittagsschlaf unserer drei Kinder ist das höchste der Gefühle für Lisa und mich. Er bringt uns eine kaum noch gekannte Freiheit – die Freiheit zu entscheiden, auch selbst einen Mittagsschlaf einzulegen, zu lesen oder zu essen ohne gleichzeitig füttern zu müssen.

Empirisch liegen wir mit dem Mittagsschlaf unserer Kinder eh auf der richtigen Seite: Studien sprechen allerdings nicht mehr vom Mittagsschlaf, sondern vom Power Napping, also dem Schlaf, um Energie zu tanken. Wer mittags einnickt, der fühlt sich anschließend besser, hat Ausdauer und ist konzentrierter. Und das gilt natürlich auch für diejenigen, die vom Mittagsschlaf anderer profitieren, für uns Eltern also.

Wenn uns also in fünf Jahren jemand fragen sollte, warum unsere Kinder immer noch einen gleichzeitigen, zweistündigen Mittagsschlaf einlegen, dann werden wir einfach entgegnen: Wie, noch nichts vom neuen Trend gehört, dem „Passive Power Napping“? Kinder pennen, uns geht’s besser!

Sage also noch jemand, auf die Länge des Mittagsschlafes komme es nicht an.

Über nusenblaten

Es geht um eine Mutter, einen Vater und ihre drei Kinder. Erst im Kinder-Mekka Prenzlauer Berg, nun mitten auf dem Land mit Ziegen und Fernweh. Es geht um die großen und kleinen Themen der Elternschaft. Der abwechselnde Blick von Mutter und Vater sorgt für teils überraschende, teils lustige Einblicke in die Welt zweier berufstätiger Eltern mit drei Kindern, die in nur zwei Jahren geboren wurden.
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