Vom Baggern und Graben (Lisa)

Ich sitze auf dem Spielplatz, meine Kinder spielen friedlich und ich nutze die Chance, ein bisschen in einer Zeitschrift zu blättern. Da stoße ich auf einen Artikel über die Sandkastenliebe. Da geht es aber nicht etwa um die erste große Liebe aus Kindergartentagen, an die wir uns noch heute so gern erinnern. Nein, es geht um Mütter, die wie die Schmeißfliegen auf Spielplätzen sitzen und sich männliche Opfer für die nächste Flirt-Attacke suchen.

Dank Elterngeld sieht man ja nun doch immer mehr Väter in den Buddelkästen. Aber dass die uns Mütter zum Ehebruch animieren sollen, war mir bislang gar nicht so bewusst. Natürlich ist gelegentlich ein schmucker Papa dabei, der gut aussieht und wirklich toll mit seinen Kinder umgeht, keine Frage. Aber dass – und so behauptet es der Artikel – Mütter nur darauf warten, bis die Söhne ihre Väter ans Klettergerüst bitten, die Väter sich die Pullis hochkrempeln und ihre Bizeps strahlen lassen? Hmm.

War mir da bisher also etwas ganz Außergewöhnliches entgangen? Hatte ich das Baggern und Graben meiner Kinder etwa immer falsch verstanden und die ganze Spielplatzsitzerei diente einzig und allein der Braut (bzw. Bräutigam-)Schau? Die Ich-Autorin in dem Zeitschriften-Artikel geht sogar soweit, dass sie zugibt, schon zweimal mit einem Sandkastenvater im Bett gelandet zu sein. Ist man denn wirklich nirgends mehr gefeit vor Betrügereien, vor Sex, vor Ehebruch?

Als ich also so dasitze und über die schlimme böse Welt nachdenke und meinen Kindern ein Stück Apfel aus der Tasche krame, klopft mir plötzlich ein Vater auf die Schulter: „Hey, wir haben Bagger und Schaufeln dabei, habt ihr nicht Lust, mit uns ein bisschen zu graben?“ Ich bin total perplex und stottere ihm ein„Äh, ich weiß nicht, ob meine Kinder Lust zum Baggern haben“ entgegen. Er sieht ziemlich gut aus mit seinem hochgekrempelten Pulli und den Bizeps darunter.

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Über nusenblaten

Es geht um eine Mutter, einen Vater und ihre drei Kinder. Erst im Kinder-Mekka Prenzlauer Berg, nun mitten auf dem Land mit Ziegen und Fernweh. Es geht um die großen und kleinen Themen der Elternschaft. Der abwechselnde Blick von Mutter und Vater sorgt für teils überraschende, teils lustige Einblicke in die Welt zweier berufstätiger Eltern mit drei Kindern, die in nur zwei Jahren geboren wurden.
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Eine Antwort zu Vom Baggern und Graben (Lisa)

  1. nusenblaten schreibt:

    Haste mich etwa nicht erkannt?

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