Deutsch lernen mit Heidi Klum (Markus)

Warum schafft Lisa es nur immer wieder, dass donnerstags die Kinder um 20.15 Uhr (und keine Minute später) schlafen? Ach ja, klar, in der Glotze startet um diese Zeit Germanys next Topmodel. Eigentlich interessiert mich die Sendung nicht sonderlich. Mangels Alternative habe ich mich aber heute Abend zu Lisa aufs Sofa gesellt und mitgeglotzt. Jeder Versuch, zwischendurch mal wegzuzappen, endete mit einem Kissenwurf oder einem scharfen „Nein!“

Ich musste also gucken – und hab mir irgendwann vorgestellt, wie es wäre, wenn unsere Tochter Helene bei Deutschlands berühmtester Model-Suche am Start wäre. Wie es wäre, wenn sie mit zehn anderen Zicken in einer Model-WG leben würde, permanent erklären müsste, wie super-toll sie alles findet und wie dankbar sie Heidi Klum ist. Wie es wäre, wenn sie vor Heidi Klum stünde, und die ihr mit dem peitschenknallenden Blick einer Menschenschinderin sagen würde, dass ihr Leben jetzt vorbei sei, weil sie ja kein Foto für sie habe.

Ich hoffe, Helene, würde sich tot lachen. Ja, ich hoffe, sie würde die ganze lächerliche Strenge einfach weglachen. Und wenn sie cool genug wäre, würde sie nicht nur einem der Jury-Mitglieder empfehlen, sich mal wieder die fettigen Haare mit Anti-Läuse-Shampoo zu waschen, sondern auch zu Heidi Klum sagen: „Ey, Heidi, Du bist seltsam im positiven Sinne!“.

Das hat Heidi nämlich heute zu einer der übrig gebliebenen, völlig verängstigten Kandidatinnen gesagt: „Du bist seltsam im positiven Sinne.“ Heidi hätte genauso gut sagen können: „Seltsam, Du bist positiv.“ Oder: „Du bist seltsam positiv.“ Das arme Möchtegern-Topmodel versuchte zu verstehen, was nicht zu verstehen war und war in Gedanken sicher eh schon am Schluss des Verhörs, wenn es um das Foto geht, das über Leben und Sterben eines Models entscheidet.

Vorher aber musste die Kandidatin noch ein paare andere Sätze ertragen, ohne dass deren Inhalt in irgendeiner Form von Belang war – Sätze auf Klum-Deutsch, wie: „Dein Lachen ist Deine Schwierigkeit.“ Das sagte Heidi mit dem Blick einer unverheirateten Lateinlehrerin. Umgekehrt müsste es wohl heißen: „Dein Weinen ist Deine Leichtigkeit.“

Heidis Rechenaufgabe trieb der Kandidatin immerhin ein Runzeln auf die Stirn: „Ihr seid noch sieben, welche Zwei siehst du denn nicht unter den Fünf?“ Dass das Mädchen nicht direkt antworten konnte, lag wahrscheinlich daran, dass es keinen Tachenrechner dabei hatte.

Über nusenblaten

Es geht um eine Mutter, einen Vater und ihre drei Kinder. Erst im Kinder-Mekka Prenzlauer Berg, nun mitten auf dem Land mit Ziegen und Fernweh. Es geht um die großen und kleinen Themen der Elternschaft. Der abwechselnde Blick von Mutter und Vater sorgt für teils überraschende, teils lustige Einblicke in die Welt zweier berufstätiger Eltern mit drei Kindern, die in nur zwei Jahren geboren wurden.
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