Leiter, Biene, Fahrrad und Tür (Lisa)

Um Himmels Willen, die arme Kuh. Ihr schwarz-weiß-gescheckter Bauch hängt noch ein bißchen tiefer, als der der anderen Kühe, aber man sieht ihr nicht mehr an, dass sie vor drei Tage Zwillings-Kälbchen entbunden hat. Mir schmerzt schon allein der Anblick dieser zwei Riesen-Kälbchen mit riesigen Köpfen und riesigen Beinen. Die arme Mutterkuh. Sie hat Ihre zwei „Kleinen“ ohne Hilfe in der Nacht auf der Wiese geboren und ich würde ihr am liebsten jetzt eine Extraportion Heu mit der Mini-Mistgabel meiner Tochter vor´s Maul hieven und ihr in ihr von Fliegen besetztes Ohr flüstern: „Ich weiß, was du gerade fühlst.“

Wir machen Ferien bei den Großeltern auf dem Lande und sind zu Besuch auf einem wunderbaren Bauernhof. Hinter der Laufente trippeln sechs gelbe Küken in aufrechtem Gang, vierzehn Lämmer blöken durch die Wiesen und der Hund ist so sympathisch, das nicht mal meine Stadtkinder Angst vor ihm haben. Die Kinder stürzen sich allesamt auf den Kindertraktor mit Güllefass-Anhänger. Aber der wird schon bald von all den Tieren in den Schatten gestellt.

Franz sitzt aufrecht im Gras vor dem Hühnergehege und wirft Grasbüschel in die pickenden Schnäbel. Ganz bei sich, völlig entspannt. Helene traut sich mit ihrer Kinder-Mistgabel in den Hühnerstall und holt zwei frisch gelegte Eier aus dem Gatter. Zu ihrem Glück gibt es eine „pinki-rosa“ Verpackung für die gerade ergatterten runden Goldstücke. Paul hilft mit seinen patschigen Schritten beim Kühe rein treiben und wundert sich über die Milch, die aus den Eutern tropft. „Da, da, Miech“.

Im Gatter sieht ein Huhn anders aus als all die schwarzen und braunen Federviecher in Einheitslook. Es hat schwarz-weiß gestricheltes Gefieder, was Helene sofort bemerkt und kommentiert: „Schau mal, Mama, da ist ein Huhn mit Zebrastreifen!“

Zurück zu Hause bei Oma und Opa bringt ein Bekannter vier neue Laufenten vorbei, der Fuchs hatte mal wieder zugeschlagen und nun gab es nur noch vier Entchen für den großen Teich. Also mussten neue her, nun sind sie wieder zu Acht. Die „Neuen“ springen aufgeregt in den Teich, laut schnatternd reagieren die „Alten“. Es herrscht Durcheinander den ganzen Nachmittag lang.

Helene sagt: „Das sind vier neue und ich werde im Sommer vier.“ Darauf sage ich: „Richtig, deswegen darfst du Dir Namen für die Neuen aussuchen.“ Sie überlegt nicht lang. Sie sollen „Leiter“, „Biene“, „Fahrrad“ und „Tür“ heißen.

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Über nusenblaten

Es geht um eine Mutter, einen Vater und ihre drei Kinder. Erst im Kinder-Mekka Prenzlauer Berg, nun mitten auf dem Land mit Ziegen und Fernweh. Es geht um die großen und kleinen Themen der Elternschaft. Der abwechselnde Blick von Mutter und Vater sorgt für teils überraschende, teils lustige Einblicke in die Welt zweier berufstätiger Eltern mit drei Kindern, die in nur zwei Jahren geboren wurden.
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Eine Antwort zu Leiter, Biene, Fahrrad und Tür (Lisa)

  1. Cocoloress schreibt:

    Ich will 230 Fahrrad. Echt!
    Das Zebrastreifen Huhn hat mich auf eine Idee gebracht, Sesam Huhn an Soja Weißein Soße… ob das paßt? Wir werden sehen.

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