Im Supermarkt (Markus)

Eine bekannte rote Supermarkt-Kette bei uns im Kiez hat ihre Filiale „familien- und kinderfreundlich“ renoviert, jedenfalls behauptet das die Filiale. Sie war für einige Tage geschlossen und hat in dieser Zeit angebaut und einiges im Laden verändert. Zum Beispiel ist es jetzt möglich, mit einem Zwillingskinderwagen an jeder Kasse vorbeizuschieben. Vor der Renovierung ging das nur an einer einzigen Kasse, an allen anderen war es zu eng.

Neuerdings ist aber nicht nur sehr viel mehr Platz für große Kinderwagen vorhanden, sondern auch für Warenauslagen vor, über, unter und zwischen den Kassen – und, welch Wunder: Ein Großteil dessen, was da auf den letzten Metern vor dem Bezahlmarathon angeboten wird, richtet sich an Kinder. Unschwer zu erkennen an der Farbe des Sortiments: Rosa. Eis, Kaugummi, Weingummis, Schokolade, Trinkpäckchen, Bonbons, Zeitschriften (komisch, die nicht-rosafarbenen Zeitschriften liegen alle im Zeitschriftenregal…), Hello-Kitty-Handys, Hello-Kitty-Puppen-Shirts.

Was der Supermarkt wahrscheinlich kinderfreundlich nennt, ist für Lisa und mich der Vorhof zur Hölle. Wenn wir mit Helene an der Kasse warten und zwischen all den Körben und Regalen mit den rosa Sachen stehen, erklärt Helene die meisten Sachen unmittelbar zu ihrem Besitz. So als gäbe es eine natürliche Zusammengehörigkeit zwischen ihr und allem, was Rosa ist. „Papa, das muss ich eigentlich noch haben!“, „Mama, das wolltest Du mir doch kaufen, oder?“

Jetzt könnten wir natürlich diesen Supermarkt einfach meiden und in einen anderen schieben, in dem es etwas weniger rosafarben schimmert in den Auslagen vor den Kassen. Aber da haben wir dann ja wieder das Problem mit dem Kinderwagen, der nicht zwischen die Kassen passt.

Also gehen wir weiter in den familien- und kinderfreundlichen Markt, hoffen, dass die rosa Phase irgendwann vorbeigeht und freuen uns, dass unsere Zwillinge Jungs sind. Blaue Sachen gibt es an der Kasse kaum…

Über nusenblaten

Es geht um eine Mutter, einen Vater und ihre drei Kinder. Erst im Kinder-Mekka Prenzlauer Berg, nun mitten auf dem Land mit Ziegen und Fernweh. Es geht um die großen und kleinen Themen der Elternschaft. Der abwechselnde Blick von Mutter und Vater sorgt für teils überraschende, teils lustige Einblicke in die Welt zweier berufstätiger Eltern mit drei Kindern, die in nur zwei Jahren geboren wurden.
Dieser Beitrag wurde unter Beobachtungen, Zwillinge abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Im Supermarkt (Markus)

  1. Adrian Lang schreibt:

    Weia, was habt ihr denn für eine sexistische Farbenlehre drauf?

  2. jo schreibt:

    Laß die kleinen ruhig einsammeln. zum schluß alles konfiszieren und der filialleitung in die hände mit der bemerkung: lag alles vor den kassen rum ….

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s