Pregnant Hill (Markus)

Spötter sprechen ja gern von „Pregnant Hill“, wenn sie Prenzlauer Berg meinen. Wegen der vielen Schwangerbäuche, die über die Straßen und Plätze getragen werden. Aber der britische Tourist, der gestern mit seinem nummerierten Leihfahrrad neben mir auf dem Gehweg hielt, hatte da wohl etwas missverstanden: Wie er denn nach Pregnant Hill komme, wollte er wissen. Er meinte es ganz ernst, so als würde man in London fragen, wie man nach Notting Hill komme.

Ich stutzte und fragte: Meinen Sie Prenzlauer Berg?  – „No, Pregnant Hill.“ Ich nahm den Ball auf und sagte ihm, dass er bereits in Pregnant Hill sei. Er legte seinen Kopf quer, schaute sich ungläubig um, sah die zugige Straßenkreuzung Prenzlauer Allee, Danziger Straße und fragte: „Sure, this place is Pregnant Hill?“ Ja, sagte ich, das ist Pregnant Hill. Aber wenn Du die Schwangeren sehen willst, dann musst Du da drüben in die Raumer Straße fahren, Richtung Helmholtzplatz. Da sitzen die Mütter mit ihren Bäuchen und ihren Kindern. Er strahlte, bedankte sich und rief seine Kumpels, die immer noch orientierungslos an der Straßenkreuzung warteten. „Hey guys, next street left, there’s Pregnant Hill!“

Über nusenblaten

Es geht um eine Mutter, einen Vater und ihre drei Kinder. Erst im Kinder-Mekka Prenzlauer Berg, nun mitten auf dem Land mit Ziegen und Fernweh. Es geht um die großen und kleinen Themen der Elternschaft. Der abwechselnde Blick von Mutter und Vater sorgt für teils überraschende, teils lustige Einblicke in die Welt zweier berufstätiger Eltern mit drei Kindern, die in nur zwei Jahren geboren wurden.
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Eine Antwort zu Pregnant Hill (Markus)

  1. Rainer schreibt:

    Wunderbar🙂
    Ich darf eine ähnliche Geschichte beizusteuern: Es war vor Jahrzehnten, auf einer Regatta im Greifswalder Bodden. Ein deutscher Segler hatte einen in der Crew, der Kaffeetassen ausspülen ausspülen sollte. Sein Nachname war Heimel. Heimel also hielt bei voller Fahrt die erste Tasse – Öffnung nach vorne – ins Wasser. Peng, Tasse weg. Zweite Tasse. Peng, Tasse weg. Heimel war halt nicht der Hellsten einer🙂
    Abends beim gemeinsamen Biertrinken erzählte man sich schmunzelnd-hämisch die Geschichte, und erfand das Wort „abgeheimelt“ – die Tassen waren eben abgeheimelt. Ein paar polnische Segler hörten zu.
    Am nächsten Tag ging den Polen ein Mann über Bord. Notruf der Polen: „Janusz (oder wie auch immer der arme Mann hieß) ist abgeheimelt!“ Die Kollegen hielten „abheimeln“ für einen seemännischen Fachausdruck🙂

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