Ferien (Lisa)

Eine Woche internet-freier Urlaub für die Nusenblaten-Familie. Die Kinder haben es genossen, uns nicht permanent mit der kleinen grauen Flimmerkiste und ihrer lauten Tastatur teilen zu müssen. Stattdessen: Kühe, Wiesen, Natur.

Helene interessiert sich nach wie vor sehr für die Themen Gott („Fliegt der mit dem Flugzeug oder hat der wohl Flügel?“) und Tod („Kommt dann der liebe Gott und gräbt die Erde auf dem Friedhof wieder auf und schnappt sich den Karton und nimmt ihn mit in den Himmel?“), hat nebenbei aber auch fleißig geübt ihren Namen zu schreiben (spiegelverkehrt) und Fenster zu  putzen (jedes Ferienhaus-Fensterchen mit ein und demselben schmutzigen Lappen…).

Paul beginnt seinen Tag nun immer mit zauberhaften Freundlichkeiten. Er steht in seinem Reisebettchen und ruft „Hallo! Buda!“, womit er seinen lieben zwei Minuten jüngeren Bruder meint. Jeden Tag lernt er ein neues Wort und bildet nun auch schöne Zwei-Wort-Gebilde:

– Tütata-Auto

– Papa auch

– Du oben

Franz hingegen rast wie eine gesengte Sau mit seinem Laufrad durch die Prärie. Er ist ein Mann der Taten, spricht weniger als Paul (wozu auch reden, wenn man handeln kann?), fährt motorisch aber vorneweg. Überhaupt entwickeln sich die beiden gerade in unterschiedliche Richtungen.

Paul scheint Linkshänder zu werden, Franz Rechtshänder. Paul liebt sein Pony-Buch, Franz Motorradhelme. Helene schaut sich das Ganze mit schwesterlich-mütterlichem Schmunzeln an. Die drei haben im Urlaub die ersten Putschversuche gegen uns Eltern unternommen, sie bilden immer mehr eine Allianz gegen die Alten und haben dabei prächtig gute Laune. Sehnsucht nach dem Stadtleben? Fehlanzeige. Was will man auch mehr als Mama, Papa, gut gelaunte Geschwister und ein paar Kuhfladen (Wo kommt der her? Warum stinkt der? Warum essen Fliegen den?)…


Über nusenblaten

Es geht um eine Mutter, einen Vater und ihre drei Kinder. Erst im Kinder-Mekka Prenzlauer Berg, nun mitten auf dem Land mit Ziegen und Fernweh. Es geht um die großen und kleinen Themen der Elternschaft. Der abwechselnde Blick von Mutter und Vater sorgt für teils überraschende, teils lustige Einblicke in die Welt zweier berufstätiger Eltern mit drei Kindern, die in nur zwei Jahren geboren wurden.
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Eine Antwort zu Ferien (Lisa)

  1. Jaegerin schreibt:

    Jippieh die Städter, die im Herzen Landeier sind, sind wieder da! Habe euch vermisst …
    Und die Fragen nach Gott und Kuhfladen auch.

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