Kunst im Haus (Markus)

Wir haben relativ viel Kunst an unseren Wänden. Nein, keine Gemälde von Picasso oder Otto Modersohn. Das, was bei uns an der Tapete klebt, sind Originale von Helene, Franz und Paul. Im Flur zum Beispiel, unter der Wandleuchte, sieht man viele rote und blaue Punkte. Vielleicht sollte ich die mal mit Strichen verbinden (wie bei malen nach Zahlen), dann ergibt sich vielleicht ein Ahornbaum mit Fachwerkhaus oder einfach eine schöne Sonne hinter Wolken. Im Esszimmer hat Franz (oder wars Paul?) mit einem Kuli große Kreise auf die Wand aufgetragen. Immer wieder hoch und runter. Entstanden ist ein sehr dynamisches Bild, durch den Versatz mancher Striche ergibt sogar ein leichter 3D-Effekt. Große Kunst, finde ich.

Etwas plastischer wirds unter dem Sideboard. Schwarzer Edding neben getrocknetem Haferflockenschleim. Paul nennt sein Werk, wenn man ihn fragt, schlicht „Bah!“ Selbst unser Sofa ist längst nicht mehr nur die schlichte IKEA-Couch, als die wir sie mal gekauft haben. Sie ist einzigartig, unverwechselbar, ja, eigentlich ist sie so kunstvoll drapiert, dass man sich nicht mehr draufsetzen mag. Weiße Flecken, wie Inselchen im Stillen Ozean. Darauf neon-grüne Schlieren. Nein, nicht mit Ölfarben gezeichnet, sondern mit herkömmlichem Textmarker von McPaper.

Langsam begreife ich, auf was es unsere Kinder ankommen lassen. Alltagsgegenstände mit Alltagsfarben und Alltagsmaterialien so umzugestalten, dass sie in einen neuen Bedeutungszusammenhang gezogen werden. Das grün-weiße Fleckensofa hat etwas von einer Werder-Bremen-Fußball-Couch.

Im Flur, direkt neben der Küchentür,  musste ich jetzt ein Bild entfernen. Ich habe es mit weißer Wandfarbe übergestrichen. Unser Vermieter ist leider kein Kunstfreund.

Über nusenblaten

Es geht um eine Mutter, einen Vater und ihre drei Kinder. Erst im Kinder-Mekka Prenzlauer Berg, nun mitten auf dem Land mit Ziegen und Fernweh. Es geht um die großen und kleinen Themen der Elternschaft. Der abwechselnde Blick von Mutter und Vater sorgt für teils überraschende, teils lustige Einblicke in die Welt zweier berufstätiger Eltern mit drei Kindern, die in nur zwei Jahren geboren wurden.
Dieser Beitrag wurde unter Kunst abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s