Kranke Kerle (Lisa)

Zur Zeit geben sich unsere Jungs die Klinke in die Hand. Ähnlich wie beim Staffellauf , geben sie ihre Krankheiten nach gewisser Zeit immer weiter und bekommen sie nach einer selbst durchgehechelten Runde wieder ab. Atmen kurz durch, um bald das kranke Ding wieder selbst in der Hand zu halten. Franz begann mit bellendem Husten, bei Aussicht auf Besserung begann Paul mit einer Bronchitis und seit der nun wieder auf dem Damm ist, kränkelt Franz wieder mit bellendem Husten und Fieber.

Aber wir wollen ja nicht alles zu pessimistisch sehen und so vergessen wir diesen eiskalten Nieselregen da draußen und die durchwachten Krankheitsnächte und die nicht gemachte Hausarbeit mal für einen kurzen Moment und beobachten die Jungs dabei, wie sie sich getrennt voneinander verhalten. Getrennt, weil seit ca. drei Wochen immer nur einer gesund genug ist, um den Kindergarten zu gehen.

Heute hatte ich also Franz zuhause und Paul in der Kita, da lag mir Franz bereits zehn Minuten nach dem Abschied in den Ohren. „Buda ab!“ schrie er vorwurfsvoll, was so viel hieß wie: „Mensch Mama, wir müssen jetzt aber mal langsam meinen Bruder abholen.“ Wir fuhren zum Mittag zur Kita, Franz rannte von der einen Seite auf die Tür zu, Paul von der anderen, wir hörten ihn trapsen. Sie sahen sich, schrien sich ihre Namen entgegen und fielen sich in die Arme. Drückten sich. Kuschelten ihre Köpfe auf die Schulter des gleich großen Anderen. Und lächelten.

Es war kitschiger als in jedem Anne Geddes-Buch. Aber echt. Rührend. Ich packte die Wiedervereinten in den Radanhänger, fuhr mit einem warmen Bauchgefühl durch den eisigen Regen nach Hause und regte mich nur ein ganz kleines bißchen darüber auf, als ich merkte, dass ich den Hausschlüssel wohl in der Kita vergessen hatte und nun noch einmal den ganzen Weg durch den Regen zurückfahren musste.

Über nusenblaten

Es geht um eine Mutter, einen Vater und ihre drei Kinder. Erst im Kinder-Mekka Prenzlauer Berg, nun mitten auf dem Land mit Ziegen und Fernweh. Es geht um die großen und kleinen Themen der Elternschaft. Der abwechselnde Blick von Mutter und Vater sorgt für teils überraschende, teils lustige Einblicke in die Welt zweier berufstätiger Eltern mit drei Kindern, die in nur zwei Jahren geboren wurden.
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Eine Antwort zu Kranke Kerle (Lisa)

  1. Cocoloress schreibt:

    Schnell, schnell holt auch gleich den Blinddarm raus. Das macht echt keinen Spaß, wenn man so alt ist wie wir. Gute Besserung und nur nicht anstecken. Wobei, sind Eltern nicht chronisch erkältet?

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