Schnuller (Markus)

Der Schnuller ist die Zigarette des ganz kleinen Mannes. Oder, um im Sprachgebrauch der Zwillinge zu bleiben: „Wo is mein Nunu?“

Seit Wochen ist das Franz’ erster Satz, wenn er morgens wach wird. Über Nacht ist ihm der Schnuller (den er Nunu nennt) aus dem Mund gefallen und dann irgendwo zwischen Kissen, Hammer, Bauarbeiterhandschuhen und Matchboxautos in seinem Bettchen verloren gegangen. „Papaa, wo is mein Nunu?“

Ich habe mir heute Morgen vorgestellt, wie es wäre, wenn er zehn oder zwölf Jahre älter wäre. Dann würde er nicht mehr nach seinem Schnuller fragen, aber sicher einfach aufstehen, sich eine Zigarette aus der Schachtel holen, auf den Balkon gehen und rauchen. Die Abhängigkeit vom Schnuller ist enorm (was wir dummerweise bisher auch nicht unterbunden haben). Der Schnuller ist Ablenkung, Tröster, Gewohnheit, Sucht.

Unsere Kinderärztin kriegt jedes Mal einen kleinen Anfall, wenn die Zwillinge sprechen und dabei den Schnuller im Mund haben. Das mache die Zähne, den Gaumen, ja eigentlich alles zwischen Nase und Kiefer kaputt. Außerdem fördere Sprechen mit Schnuller Sprachfehler.

Wahrscheinlich sind wir schlechte Eltern, weil wir das Schnuller-Sprechen nicht permanent unterbinden. Aber nehmen Sie einem Kettenraucher mal von einer Sekunde auf die andere die Fluppen weg…

Über nusenblaten

Es geht um eine Mutter, einen Vater und ihre drei Kinder. Erst im Kinder-Mekka Prenzlauer Berg, nun mitten auf dem Land mit Ziegen und Fernweh. Es geht um die großen und kleinen Themen der Elternschaft. Der abwechselnde Blick von Mutter und Vater sorgt für teils überraschende, teils lustige Einblicke in die Welt zweier berufstätiger Eltern mit drei Kindern, die in nur zwei Jahren geboren wurden.
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4 Antworten zu Schnuller (Markus)

  1. Rike schreibt:

    Nervig diese Dinger, ohne Frage – aber soooo hilfreich! Wir warten noch etwas mit dem Wegnehmen. Auch, weil mein Kind trotz Ankündigung riesiger Geschenke nach Verzicht auf gar keinen Fall will, dass die blöde Schnullerfee kommt. Alles auf einmal geht auch nicht: Windel weg, neu im Kindergarten und das alles ohne Schnuller? Unmöglich. Ich habe ewig genuckelt, hatte einen guten Kieferorthopäden und habe heute eine wunderbare Aussprache! Bevor Ihr Euch den Stress mit dem Schnuller macht, würde ich lieber eine gute Zahnzusatzversicherung abschließen…

  2. gedankenfest schreibt:

    Genau aus dem Grund hat mir meine Mutter nie einen Schnuller gegeben. Sie hatte keinen Nerv auf die Entwöhnung. Das hat aber nichts daran geändert, dass ich später mit dem Rauchen anfing. Vielleicht brauche ich das heute, weil ich früher keinen Schnuller hatte😉

  3. Jaegerin schreibt:

    Das ist doch gar nichts! Jakob braucht drei „Munnis“ gleichzeitig. Einer ist im Mund, einer in seiner Hand und einen klemmt er mit der anderen Hand zwischen Nase und Mundschnuller. Und immer, wenn er etwas interessantes sieht oder machen will, bekomme ich die Schnuller-Triologie mit einem bestimmten „Mama, du nimmst die“ zugeworfen. Alle meine Jacken- und Hosentaschen haben jetzt kleine, hässliche Beulen …

  4. moebelexperte schreibt:

    Zur Schnullerfrage sag ich nichts. Da müssen und können Eltern sowieso nur alleine mit den Kindern durch.

    Muss der Franz auch jedes neue Spielzeug, das größenmäßig geeignet ist, erstmal 2/3 Nächte mit in sein Bett nehmen? Würde mich mal interessieren🙂

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