Monströse Fettschürze (Lisa)

Manchmal fragen mich ja Leute, wieso ich nach der Geburt der Zwillinge auf die so genannte monströse Fettschürze vor meinem Bauch verzichtet habe, die man nach so einer Entbindung gratis angeboten bekommt. „Glückwunsch zu Ihren Kindern Frau xy, greifen Sie gern zu, gratis Fettschürzen und Discofeuerzeuge“, so oder so ähnlich wird man dann aus dem Krankenhaus entlassen.

Und dann steht man da, links und rechts ein schreiendes Bündel, soll sich Gedanken machen, wie aus dem schlabberigen Schwulst, der mal dein Bauch war, wieder ein Sixpack werden soll. Ich musste mir diese Gedanken zum Glück nicht machen. Wie gesagt, ich nehme nichts von fremden Leuten, nicht mal Bonbons. Trotzdem: Wer während der Geburt und kurz danach insgesamt 25 Kilogramm verliert, ganz plötzlich, dessen Bauch wartet in den nächsten Jahren nur darauf, endlich wieder aufgeplustert zu werden, wenn schon nicht mit einem neuen Kind, dann wenigstens mit Muffin- oder Frittenfett.

Bei mir hat der Bauch aber einfach keine Chance und das liegt einzig und allein an meinen kreativen Kindern. Sie essen mir nicht nur gern alles weg, sie sorgen auch schon präventiv dafür, dass ich erst gar keinen Appetit bekomme. Beispiel Donnerstag. Da hatte ich fein hausfräulich vier Mahlzeiten vorgekocht, damit ich zwei Tage die Familie verlassen konnte. Ich drehte mich für einen kurzen Moment vom Herd weg und – zack – hatte Paul die gesamte Zwiebel-Tomate-Bolognese-Sauce in  den süßen wohlriechenden Milchreis (ein Liter!) gekippt, um mir gleich zwei Mahlzeiten zu versauen. Er rührte die Mischung  fein mit dem Quirl durch, bis die Masse eine gräulich-kotze-farbene Komposition für den Kompost wurde.

Sein Bruder kann das genauso, gerade eben noch passiert, da hat er mir klammheimlich 50 Gramm Salz in den Couscous gemischt. Ich wusste nichts von  der elendigen Würze, umso größer war dann die Überraschung bei Tisch.  Ich will hier kein Mitleid erhaschen, ich will mich ja bloß rechtfertigen, warum das mit mir und meinem Bauch einfach nichts werden will.

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Über nusenblaten

Es geht um eine Mutter, einen Vater und ihre drei Kinder. Erst im Kinder-Mekka Prenzlauer Berg, nun mitten auf dem Land mit Ziegen und Fernweh. Es geht um die großen und kleinen Themen der Elternschaft. Der abwechselnde Blick von Mutter und Vater sorgt für teils überraschende, teils lustige Einblicke in die Welt zweier berufstätiger Eltern mit drei Kindern, die in nur zwei Jahren geboren wurden.
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