Nackte und Hautbesockte (Lisa)

„Mama, wenn meine Brüder mal Uroma werden, dann bist du schon tot, oder?“ Womöglich. Wer weiß das schon, Helene. Aber hauptsache, du trägst deine Hautsocken. Ja richtig, gelesen: Hautsocken. Gemeint sind: Nylonstrümpfe. Die findet Helene begehrenswert, seit sie sie an den Füßen ihrer lieben Tante Tine entdeckt hat. Natürlich gibt es die aber nicht in Größe 29. Also trägt Helene Größe 39 – als Kniestrumpf. Heute auch. Darüber eine blau-weiß-pink gestreifte Leggings und über den Knien die Rollschuhknieschützer der Marke „Barbie“. Nee, hübsch. Keine Frage. Ich freue mich morgens immer, dass nicht ich diese Farbkombinationen aussuchen muss. Was andere dazu sagen? Wen kümmerts? Es gibt Schlimmeres. Zum Beispiel, wenn es abends bei uns an der Tür läutet, die Jungs unten rum nackt sind (Nudistenparty+Töpfchentraining=Megaspaß) und ich die Finger voller Kloßteig habe. Helene öffnet und draußen steht der Heizungsableser. Ich sage: „Sie kommen doch sicherlich auch ohne mich zurecht, oder?“ und lasse diesen wildfremden Mann in meine Wohnung. Ich sage: „Kinder, lauft mal mit, das ist ein echter Handwerker“.

„Was machst du da?“

„Bist du ein Bauarbeiter?“

„Was ist das für ein Werkzeug?“

„Wer bist du?“

„Guck mal Mama, der fremde Mann steht in unsere Küche. Haha.“

Mutti steht am Herd, die gut gelaunten Nackedeis stellen schlaue Fragen, die Wohnung ist grad frisch gewischt. Der mann muss gekotzt haben, so klischee-prenzlauerbergisch kamen wir daher. Da ging es den beiden Malern gestern im Kaisers in der Winsstraße sicherlich anders. Unsere Jungs sahen sie und stürzten sich auf die beiden: „Echte Bauarbeiter, HALLO Bauarbeiter. Hallo, hallo, hallo, du da.“ Zwei Minuten Ruhm in der Mittagspause. Die Herren haben es sichtlich genossen.

Über nusenblaten

Es geht um eine Mutter, einen Vater und ihre drei Kinder. Erst im Kinder-Mekka Prenzlauer Berg, nun mitten auf dem Land mit Ziegen und Fernweh. Es geht um die großen und kleinen Themen der Elternschaft. Der abwechselnde Blick von Mutter und Vater sorgt für teils überraschende, teils lustige Einblicke in die Welt zweier berufstätiger Eltern mit drei Kindern, die in nur zwei Jahren geboren wurden.
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