Schwüle Launen (Lisa)

Manchmal entsprechen die Berliner tatsächlich ihrem kaltschnäuzigen Klischee, besonders wenn es draußen heiß und schwül ist, da laufen die „Guck-mich-nicht-an-sonst-schlag-ich-dir-in-die-Fresse“-Mitbürger zu Höchstformen auf. Aber selbst Ökofrauen werden immer dreister.

Da betrete ich vom Spielplatz kommend gerade mit den Kindern den Bürgersteig, kommt von links ein Fahrrad angebraust und fährt uns fast zu Brei. Ich schaue böse. Die Dame auf dem Rad hält in einer Hand ihren Lenker, mit der anderen einen Karton mit der Aufschrift „Bio“ auf ihrem Gepäckträger fest. Sie fährt weiter, schwingt ihre langen angrauenden Haare nach hinten und wirft uns einen versöhnenden Blick zu. Sie ruft: „Entschuldigen Sie, aber mein Gemüse verträgt kein Kopfsteinpflaster.“  Und damit nicht genug.

Gestern stehe ich mit meinem Fahrrad und dem Kinderanhänger auf unserem etwa fünf Meter breiten Bürgersteig vor der Haustür und – ja – ich habe vielleicht 20 Sekunden zu lange gebraucht, um den Schlüssel in meiner Handtasche voller Schnuller, Krümel, Windeln, Fläschchen zu finden, da raunzt mich doch echt so ein Walfisch an, ich würde den ganzen Bürgersteig blockieren (NACHDEM die Dame bereits an uns vorbeigegangen war, also NIX BLOCKADE), da muss ich dann doch mal etwas erwidern. Ich lege mein freundlichstes Grinsen auf und sage noch freundlicher: „Wissen Sie, darum schließe ich ja auch gerade meine Haustüre auf, um für all die herzensguten Passanten den Platz frei zu machen“. Olle Pute.

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Über nusenblaten

Es geht um eine Mutter, einen Vater und ihre drei Kinder. Erst im Kinder-Mekka Prenzlauer Berg, nun mitten auf dem Land mit Ziegen und Fernweh. Es geht um die großen und kleinen Themen der Elternschaft. Der abwechselnde Blick von Mutter und Vater sorgt für teils überraschende, teils lustige Einblicke in die Welt zweier berufstätiger Eltern mit drei Kindern, die in nur zwei Jahren geboren wurden.
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2 Antworten zu Schwüle Launen (Lisa)

  1. Jaegerin schreibt:

    Jetzt ist mein Heimweh wieder weg …

  2. Chris schreibt:

    Na da bin ich aber froh, dass ich aufm Dorf wohne und meinen eigenen Spielplatz habe 😉 Nur hier is manchmal so langweilig, dass man sich wünscht von etwas Gemüse umgefahren zu werden…

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