G8 (Markus)

Habe Helene heute gefragt, ob sie weiß, was G8 bedeutet. Sie schüttelte erwartungsgemäß den Kopf. Ich fragte: Was könnte das denn sein? Helene: „Was zu essen.“ Gute Antwort

Dass G8 für das so genannte Schnellläufer-Abitur (Abi nach 8 Jahren) steht, was in Berlin längst eingeführt ist, weiß sie mit ihren 4 Jahren nicht. Muss sie natürlich auch nicht wissen. Sie geht ja noch nicht einmal zur Schule. Dabei könnte sie theoretisch nach den großen Ferien gehen. Obwohl sie – rein statistisch – gute Chancen hat, 100 Jahre alt zu werden, wird sie bereits mit 5 Jahren eingeschult. Kann heutzutage alles nicht schnell genug gehen. Weil ja die Schweden auch früh gehen, und die Schweizer – und all die Nationen, aus denen was geworden ist.

Mit 16 darf Helene wählen, mit 17 macht sie Abitur, mit 17-einhalb fängt sie an zu studieren. Bachelor natürlich. Zweieinhalb bis drei Jahre maximal. Muss ja schnell gehen, geht schließlich um die Leistungsfähigkeit einer ganzen Nation im europäischen Vergleich. Mit 20 hat sie die Uni hinter sich. Ein freiwilliges soziales Jahr in Ghana? Ach was, hält nur auf! Geht ja eh aufwärts mit Afrika.

Helene soll sich gefälligst ihre Rentenansprüche verdienen. Dafür muss sie arbeiten, bis sie 70 ist. Hätte also am Ende ihres Berufslebens 50 Jahre gearbeitet. Wenn sie 35 wird, kollabiert das Rentensystem. Gibt einfach zu viele Alte, und zu wenige, die für sie arbeiten können. Alle Ansprüche verfallen.

Ob sich Helene im Jahr 2051 noch daran erinnert, wofür G8 einmal stand? Wahrscheinlich verbindet sie mit G8: Geistige Erschöpfung hoch 8.

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Über nusenblaten

Es geht um eine Mutter, einen Vater und ihre drei Kinder. Erst im Kinder-Mekka Prenzlauer Berg, nun mitten auf dem Land mit Ziegen und Fernweh. Es geht um die großen und kleinen Themen der Elternschaft. Der abwechselnde Blick von Mutter und Vater sorgt für teils überraschende, teils lustige Einblicke in die Welt zweier berufstätiger Eltern mit drei Kindern, die in nur zwei Jahren geboren wurden.
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