Ganz schöner Donner (Markus)

Bis vor einigen Wochen war ich der Meinung, in Berlin regne es hauptsächlich nachts. Das unterschied Berlin meiner Wahrnehmung nach von anderen deutschen Regionen und Ballungszentrum, wo es immer mal wieder auch tagsüber schüttet wie aus Eimern.

Doch dann kam der Juli 2011, und Berlin scheint seither unter einer Art Wasserfall zu liegen. Immer mal unterbrochen von ein paar Sonnenstunden. Die Kinder lieben Regen, denn Regen heißt: In Pfützen springen (vor allem dann, wenn gerade Spaziergänger neben der Pfütze gehen), Gummi-Stiefel anziehen, T-Shirts auswringen, nasse Haare haben.

Nun geht heftiger Sommerregen häufig mit Wärmegewittern einher. Das Wetter schlägt um. Es regnet Wände, und plötzlich donnert es heftig. Die drei Kinder reagieren völlig unterschiedlich auf Donnergedonner.  Helene kennt Gewitter mittlerweile und bleibt völlig gelassen, Franz zuckt kurz zusammen und lacht sich dann meist kaputt, weil der Knall so lustig klingt und ja nichts weiter geschieht. Paul hingegen reißt beim ersten Donner die Augen panisch auf, zittert und klammert sich wie ein Gekko an mich oder Lisa. „Is habe Angst vor Donner!“, sagt er mit hauchzartem Stimmchen.

So war es auch gestern Abend. Es gewitterte, und Paul lag in seinem Bettchen und weinte jämmerlich. Lisa nahm ihn zu sich und er presste sich auf ihren Bauch.

So viel Zuneigung erregte Franz‘ Neid. „Mamaaa, is habe auch ganz doll Angst vor Donner“, rief er und wir glaubten, ein leises Glucksen zu vernehmen. „Ach komm‘, Donner ist doch nichts Schlimmes“, beruhigte Lisa.  Aber Franz bestand auf seine Donner-Angst. „Is zittere schon“, sagt er und wieder klang es, als würde er in sich hinein lachen. „Mamaaa, is zitttttärrre schon!“

Vor dem Fenster schüttete, blitzte und donnerte es. Und weil Franz keine Ruhe gab, holten wir ihn irgendwann genervt in unser Bett. Kaum hatte er sich an mich gekuschelt, sagte er mit großen leuchtenden Augen: „Papa, is finde Donner schön!“

Über nusenblaten

Es geht um eine Mutter, einen Vater und ihre drei Kinder. Erst im Kinder-Mekka Prenzlauer Berg, nun mitten auf dem Land mit Ziegen und Fernweh. Es geht um die großen und kleinen Themen der Elternschaft. Der abwechselnde Blick von Mutter und Vater sorgt für teils überraschende, teils lustige Einblicke in die Welt zweier berufstätiger Eltern mit drei Kindern, die in nur zwei Jahren geboren wurden.
Dieser Beitrag wurde unter Elternalltag, Wetter abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Ganz schöner Donner (Markus)

  1. Jaegerin schreibt:

    Und is finde nusenblaten schön!

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s