Ein ganz normaler Abend (Lisa)

Die Tochter knetet Hackfleisch, der Sohn besprenkelt die Wand mit Scheiße. Ein ganz normaler Abend bei der Familie Nusenblaten. Aber halt, wo ist denn eigentlich Sohn Nummer Zwei? Ich finde ihn im Wohnzimmer. Er hat ein Glas zerschmissen und – selbst ist der dreijährige Mann – schon den Staubsauger herbeigeholt. Leider ging der nicht an, also musste er in zwei Hälften geteilt werden. Schade, dass er dabei zerbrochen ist, aber hey, „is bin ein ester Bauarbeiter“.

Ich muss zurück in die Küche. Das Hack ruft. Der Magen knurrt. Die Lippen schmerzen. Hätte man mir auch mal vorher sagen können, dass der Herbst so plötzlich einbricht und mir rauhe, knallrote Winterlippen beschert. Die Kinder jedenfalls finden die rote Farbe in meinem Gesicht schön. Ich wische rasch die Kackasprenkel von der Wand, schmeiße die Buletten in die Pfanne und kassiere ein Kompliment: „Mama, warum hast du eigentlich Nagellack auf dem Mund?“

Über nusenblaten

Es geht um eine Mutter, einen Vater und ihre drei Kinder. Erst im Kinder-Mekka Prenzlauer Berg, nun mitten auf dem Land mit Ziegen und Fernweh. Es geht um die großen und kleinen Themen der Elternschaft. Der abwechselnde Blick von Mutter und Vater sorgt für teils überraschende, teils lustige Einblicke in die Welt zweier berufstätiger Eltern mit drei Kindern, die in nur zwei Jahren geboren wurden.
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7 Antworten zu Ein ganz normaler Abend (Lisa)

  1. Mara Solanum schreibt:

    Hach, herrlich! Ich frage mich aber schon den ganzen Tag, woher der Sohn die…
    Windel selbst gereinigt? Oder wie?

  2. Mara Solanum schreibt:

    ach, stimmt ja. es gibt ein leben nach der windel😉

  3. moody2366 schreibt:

    Blistex Med Plus – da ist Carmex ein Scheiß dagegen!😉

  4. Kai När schreibt:

    Ich muss doch mal fragen, ob die geschilderten Ereignisse andere junge Menschen davon abhalten sollen Kinder zu kriegen?! Viele der auf dieser Seite beschriebenen Dinge finde ich zutiefst grausam, da zählen sowohl „Kakasprenkel“ als auch das ständige Beschreiben der falschen kindlichen Aussprache dazu. Ich kann mir durchaus Kinder vorstellen und mir ist auch klar, dass dann nicht immer alles perfekt laufen wird, aber SO?! No way!

  5. Mara Solanum schreibt:

    Lieber Kai När, so ein Leben mit Kindern ist eben oft nur mit viel Humor zu meistern, ich kann Lisas Schreibstil sooo nachempfinden, liebe Grüße und ja, Kinder haben ist – jetzt mal ohne Ironie – das Schönste, was ich mir vorstellen kann, also: Fortpflanzen gehen!😉

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