Café Sack (Lisa)

Wenn jemand ein Kind bekommt, hört man ihn tönen: Kindersprache? Werd ich niemals sprechen! Mein Baby wird kein Bärchen-Tutzituu, kein Heididei zu hören kriegen.

Dabei ist das doch total schade. Denn Babysprache gibt ja viel mehr her als Brrrmh Brrrhm, Tutsituu. Zumindest in fortgeschrittenem Kinderalter. Da sagen Kinder dann:

„Komm wir fahren mit einem Sieb.“

Mit was?

„Mit einem Sieb.“

Aber mit so nem Küchennetz kann man doch nicht fahren.

„Nein, so ein Auto mit Ladeflässe“.

Ach so. Ein Jeep.

Noch besser wird die Kindersprache, wenn wir über das Café Jacques sprechen.

„Komm Mama, wie gehen nochmal ins Café Sack.“

Da soll nochmal einer sagen, er würde freiweillig auf Babysprache verzichten.

Über nusenblaten

Es geht um eine Mutter, einen Vater und ihre drei Kinder. Erst im Kinder-Mekka Prenzlauer Berg, nun mitten auf dem Land mit Ziegen und Fernweh. Es geht um die großen und kleinen Themen der Elternschaft. Der abwechselnde Blick von Mutter und Vater sorgt für teils überraschende, teils lustige Einblicke in die Welt zweier berufstätiger Eltern mit drei Kindern, die in nur zwei Jahren geboren wurden.
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7 Antworten zu Café Sack (Lisa)

  1. Christoph Wittich schreibt:

    „Baulotz“ statt Baukotz sowie „Deuerbär“ statt Feuerwehr hat auch was. Oder „LKBär“ statt LKW😉

  2. Stefan Pfeiffer schreibt:

    Das infantile Babygegacker der Erwachsenen hat ja auch nichts mit den großartigen Wortschöpfungen der Kinder zu tun. Ausruf meines Sohnes im Bahnhof Alexanderplatz angesichts eines der großen roten Nahverkehrszüge der Bahn: Papa, ein Stoppeldockzug.

  3. Butterzart schreibt:

    Aber es ist der Brüller, zu hören, wenn die dreijährige Tochter zur Oma sagt: „Oma, das ist mein Bauch und nicht meine Bäuchilein.“😉

  4. willpower schreibt:

    Aus meiner Kindheit kenne ich noch „huschhusch“ für Eisenbahn, den Hubschraubär und Mutschekühe. Wenn die Kinder selbst Worte verdrehen/Kreieren, dann habe ich nicht dagegen, diese auch nachzusprechen. Aber die eingangs geschriebenen Worte finde ich als Mann dann doch zu viel des Guten. Aber ich habe ja auch noch keine Kinder. Wer weiß, wie es dann aussieht.😀

    • rain_sen schreibt:

      Das habe ich vorher auch gedacht, aber glaub mir, wenn das Kind da ist erwischt man sich besonders in den ersten Monaten immer wieder mit ‚dutsidutsi‘, ‚bububu‘ & co.
      Beim 2. ist einem dann gar nichts mehr peinlich. Kindergeplapper ist herrlich, besonders wenn die ersten Wörter in den Familieninternen Wortschatz aufgenommen werden.
      ‚Boogie‘ hat es bei uns eindeutig geschafft. Nach dem Vorlesen hieß es immer ‚Boogie ab!‘ was dann bedeutete ‚Brille ab‘, weil man ja mit nicht schlafen kann😉

  5. webphantom schreibt:

    Alles Wichtigtuerei junger „progressiver“ Erwachsener!
    Warum sollten Erwachsenene nicht auch mal Blödsinn labern ?
    Daran gehen die Kinder nicht gleich sprachlich, geistig zugrunde.

  6. anne schreibt:

    Obwohl – wer gegreenlightet sagen kann, muss auch heididei sagen können…

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