Engels-Erben (Lisa)

Man freut sich ja immer über neue Kinder. Selbst, wenn man sie selbst bekommen muss. Doch, doch. Als ich aber erfuhr, dass ich nach einem Mädchen, zwei Jungs erwarten würde, da … ach, reden wir ein anderes Mal über Gefühle.

Ich wollte auf mein Portemonnaie hinaus. Als erstes Enkelkind auf beiden Großelternseiten wurde Helene natürlich reich beschenkt. Auch mit rosa Tuff-tuff und all dem Mädchenkram. Nun, die Zwillinge konnten ja nicht mal den Kinderwagen von ihr übernehmen, da passten sie nur in den ersten sieben Tagen zu zweit rein. Wir mussten also eine Doppelkarre anschaffen und kleideten einen unserer Jungs oft in Rosa mit Rüschen, in den Sachen unserer Tochter eben. Die reichten aber eben nicht für zwei, die dauernd spuckten, sabberten und die Windel überlaufen ließen.

Und dann kam da ein Engel geflogen, ein Engel mit lauter Pamperskisten im Arm, Kisten voller Kleidung, die seinen Engelsjungs zu klein geworden waren. Neben Rüschen-Pink gabs jetzt auch mal einen Trecker auf dem Shirt, Paulchen dankt es uns heut noch. Und weil die Klamotten da bei den Engeln scheinbar nachwachsen, brauchen wir unsere Geldberge nun nicht mehr in Kübeln in die H&M´s dieser Welt zu tragen. Und weil unsere Jungs darum aber ihre Kleidung nicht mit dem Begriff „kaufen“ verbinden, fragten sie mich neulich, als ich mit einer neuen Jeans um die Ecke kam: „Mama, von wem hast du die denn geerbt?“ Meine kleinen Anti-Kapitalisten. Wir hätten sie Che und Fidel nennen sollen …

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Über nusenblaten

Es geht um eine Mutter, einen Vater und ihre drei Kinder. Erst im Kinder-Mekka Prenzlauer Berg, nun mitten auf dem Land mit Ziegen und Fernweh. Es geht um die großen und kleinen Themen der Elternschaft. Der abwechselnde Blick von Mutter und Vater sorgt für teils überraschende, teils lustige Einblicke in die Welt zweier berufstätiger Eltern mit drei Kindern, die in nur zwei Jahren geboren wurden.
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4 Antworten zu Engels-Erben (Lisa)

  1. fraumutter schreibt:

    Gefällt mir, ich habe früher auch viel geerbt. Ausserdem kann man dann auch gleich zu Beginn höherwertig einkaufen, wenn es noch vererbt wird.

  2. Robert Sander schreibt:

    Ein Tip: Wir haben einen Großteil unserer Kinderklamotten (2 Mädchen) gebraucht bei Ebay erworben. Meine Frau hat da einen gewissen Jagdinstinkt… 😉
    Und die sind zum Großteil auch nach dem Tragen noch so gut, daß wir sie weitervererben können.

  3. Jaegerin schreibt:

    Und es gibt da so eine Weihnachtssage. Nämlich dass der Himmel sich immer rot verfärbt, wenn die Englein sehen, dass die kleinen, süßen Erben ihre alten Kleider mit Treckern drauf tragen. Das liegt an den roten Wangen, die sie vor Freude darüber bekommen…

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