Sturm-Flut an Bord (Markus)

Der Vorname ist das Problem. Wir werden uns einfach nicht einig. Lisa und ich wollen seit sechs Jahren ein viertes Kind, kommen aber beim Vornamen nicht zusammen. Bernhardine Pipilotta war lange mein Favorit (nach der 1892 an Diphterie gestorbenen Stiefcousine meiner Ur-Oma mütterlichereseits und nach der Heldin meiner Kindheit), Petra Martina Danielle die Wunschkombi meiner Frau („weil alle drei Namen sonst garantiert nicht wiederkämen“).

Inzwischen wissen wir, dass Bettina drin vorkommen darf, aber auch nicht muss, nach der Frau des noch amtierenden Bundespräsidenten. Meine Idee Bettina Concordia Giglio (nach der berühmten italienischen Insel mit dem Naturhafen für Kreuzfahrtschiffe) wurde von Lisa barsch zurückgewiesen, weil es den Namen (noch) nicht als Heckscheibenaufkleber gibt. Bettina Concordia Giglio ging also wieder unter.

Gut, sagte ich bereis vor fünf Jahren, dann muss unser viertes Kind eben ein Junge werden. Da haben wir mehr Auswahl. Da können wir in der Fußball-Bundesliga wildern: Youri Andy Ebbe fiel mir ein. Aber meine Frau gab mit Recht zu bedenken, alle drei Namen seien gleichwertig, der eine würde unseren Spross Youri rufen, der andere Andy, wieder ein anderer Ebbe. Und bei Ebbe sei man zu nah an der Flut.

Und eine Grundschullehrerin, die mitbekommt, dass unser Kind Flut gerufen wird, wird ihm nie im Leben eine gymnasiale Empfehlung geben. Dann lieber Sturm, was ja tatsächlich ein alter Vorname ist. Dann ginge sogar auch Sturm-Flut, gekoppelt natürlich. Aber dann stellte ich mir vor, dass hinten am Kofferraum so ein rotes Dreieck kleben würde, auf dem „Sturm-Flut an Bord“ steht… Nee, geht auch nicht.

Wir hatten uns gerade darauf verständigt, unsere Planungen für ein viertes Kind auf Eis zu legen, als wir auf eine neue Website stießen: http://chantalismus.tumblr.com/ Sie schwappt geradezu über vor Namensanregungen. Jetzt beginnt unsere Suche von Neuem. Und ich glaube, es gibt eine Chance, dass wir uns innerhalb der kommenden sieben Jahre einigen könnten. Einen Favoriten habe ich schon: Felix Lancelot. Hoffentlich wird’s ein Junge!

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Über nusenblaten

Es geht um eine Mutter, einen Vater und ihre drei Kinder. Erst im Kinder-Mekka Prenzlauer Berg, nun mitten auf dem Land mit Ziegen und Fernweh. Es geht um die großen und kleinen Themen der Elternschaft. Der abwechselnde Blick von Mutter und Vater sorgt für teils überraschende, teils lustige Einblicke in die Welt zweier berufstätiger Eltern mit drei Kindern, die in nur zwei Jahren geboren wurden.
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4 Antworten zu Sturm-Flut an Bord (Markus)

  1. Jule schreibt:

    Geil, aber ich fänd Wayne-Etienne auch nicht schlecht …!

  2. Andy schreibt:

    Hi. Ich bin seit wenigen Monaten stiller Leser eures Blogs. Inmer wieder amüsieren mich eure Alltagsgeschichten beim Fittnesstraining. Soeben ist mir aber leider der Spaß vergangen. „Naturhafen“? Sollte das lustig sein? Elf Menschen sind dort gestorben. Macht man über soetwad Witze?

    Erschrocken
    Andy

  3. Cocoloress schreibt:

    Ich denke nun ernsthaft über einen Berufswechsel nach…
    Wie soll ich bei diesen Vornamen eine Schülerliste vorlesen, ohne mich totzulachen?

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