Kein Kannibale (Lisa)

Ihr Bäckermeister empfiehltJa, es ist halt anders in der neuen Heimat. Menschen, die mich fragen, wie ich denn zurechtkomme in der neuen Lebenssituation, sage ich gern: „Es fühlt sich alles noch an wie Urlaub.“ Das sieht man auch an meinen Fotos. Ich laufe hier rum wie ein Tourist. Und mir fallen Dinge auf, die die Alteingesessenen wohl gar nicht mehr merken. Ich habe mich jedenfalls gefreut über das Schild links: Penne und Chili werden da angeboten. Das gab´s natürlich auch in Prenzlauer Berg irgendwo, nur wurde das da meist von einem Restaurant empfohlen – und nicht vom Bäckermeister! Ist Ihnen gar nicht aufgefallen, dass da in weißer Schreibschrift „Ihr Bäckermeister empfiehlt“ drauf steht? Sehen Sie, Sie sind hier ja auch kein Tourist. Bleiben wir also bei Aufstelltafeln. Raus aus dem beschaulichen Much, rein ins Kölner Groß- äh- Kleinstadtgetümmel. Und was sehe ich da Exotisches? Jaha, die Kölner sind multikulturell! Typisch deutsche Schweinenacken werden da angeboten (siehe rechts), Tiroler Salami und…tja, also sie bieten da wohl auch etwas Spanisches an, der Integration zur Freude schreiben sie das spanische Angebot aber dann so, wie man es auf deutsch nun mal ausspricht: Mantschego Käse. Gut, wenn man weiß, was damit Leckeres gemeint ist, gell? Vor dem gleichen Restaurant steht allerdings noch ein weiteres Schild, das mir ob der Schreibkraft der Bedienung dann aber doch etwas Sorge bereitet. Denn, jetzt mal ganz ehrlich, was könnte mit dem Wort Panzeta noch gemeint sein? Fehlt da nicht durch Zufall ein L hinter dem P und das N könnte vor das T rutschen? Plazenta im Restaurant? Ich habe mich dann vorsichtshalber für ein anderes Lokal entschieden. Ich hab ja wirklich nichts gegen Multikulti. Aber ich ess eben doch gern Dinge, von denen ich weiß, wo sie herkommen. Und ich ess auch wirklich gern Dinge aus Spanien. Aber bitte nicht aus dem menschlichen Körper.

 

 

Über nusenblaten

Es geht um eine Mutter, einen Vater und ihre drei Kinder. Erst im Kinder-Mekka Prenzlauer Berg, nun mitten auf dem Land mit Ziegen und Fernweh. Es geht um die großen und kleinen Themen der Elternschaft. Der abwechselnde Blick von Mutter und Vater sorgt für teils überraschende, teils lustige Einblicke in die Welt zweier berufstätiger Eltern mit drei Kindern, die in nur zwei Jahren geboren wurden.
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3 Antworten zu Kein Kannibale (Lisa)

  1. kristina schreibt:

    Im schönen Falkensee gibt es ein Schild auf dem steht Falkenseer SCHausse!

  2. Frische Brise schreibt:

    Tolle Schilder!
    Pancetta ist italienischer ungeräucherter Bauchspeck.
    Sowas gibts da in der Kleinstadt, sieh mal an😉

  3. Inch schreibt:

    Plazenta hätte es aber auch vom Schwein geben können. Also von der Sau. Oder von der Kuh. Der Ziege.
    Das muss nicht menschlich sein. Das würde ich den Kölnern jetzt wirklich nicht unterstellen.😉

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