Kika kucken (Markus)

Wie haltet Ihr es eigentlich mit dem Fernseh-Konsum Eurer Kinder? Das fragte mich eine Bekannte und ich wusste nicht so recht, was ich antworten sollte. „Ja“, sagte ich zögerlich, „natürlich gucken auch unsere Kinder Fernsehen“. Um direkt nachzuschieben: „Aber natürlich kontrollieren wir das. Also meistens jedenfalls.“ Ich wusste, dass in der Familie meiner Bekannten der Fernseher nur dann eingeschaltet wird, wenn die Kinder auch wirklich schlafen.

Das ist bei uns anders. Wir schalten die Glotze gelegentlich auch an, damit die Kinder schlafen. Wenn möglich, schalten wir auf Kika, den Kinderkanal. Da kann man dann auch schon mal kurz weggehen als Papa, ohne permanent Angst haben zu müssen, dass plötzlich ein Zeichentrick-Panzer durchs Bild rollt oder die eine Killer-Schildkröte eine andere foltert und erschießt. Jedenfalls nehmen wir einfach an, dass im Kika nichts Schlimmes läuft, schließlich ist das ja der gemeinsame Sender von ARD und ZDF. Und weil die Politik diese beiden Sender kontrolliert, läuft da natürlich nichts, was unseren Kindern schaden könnte.

Aber es laufen gelegentlich Sachen, die unsere Kinder nicht sehen wollen.  Wenn Franz sagt, er wolle Kika gucken, dann meint er nämlich lustige Zeichentrickfilme, bei denen sich am besten alles schnell bewegt. Kika ist also inzwischen ein Synonym für: lustiges, buntes Kinderfilmchen. Kommt im Kika ein Spielfilm mit echten Schauspielern, dann will er, dass ich umschalte – „auf Kika“. Wenn ich dann sage, dass aber gerade Kika läuft, schaut er grimmig und schreit: „Das stimmt ja gar nicht! Das ist nicht Kika.“

Neulich habe ich ihm zuliebe umgeschaltet auf die ARD. Ich wollte ihm zeigen, dass die ARD noch weniger Kika ist als der Kika. Die ARD-Kamera zeigte gerade eine Leiche in Nahaufnahme. Filmblut rann der Toten über die Stirn. Franz starrte entsetzt auf das Bild: „Ist die tot?“ – Ich: „Ja, aber nur im Film.“ – Franz: „Ich möchte nicht mehr Kika gucken.“

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Über nusenblaten

Es geht um eine Mutter, einen Vater und ihre drei Kinder. Erst im Kinder-Mekka Prenzlauer Berg, nun mitten auf dem Land mit Ziegen und Fernweh. Es geht um die großen und kleinen Themen der Elternschaft. Der abwechselnde Blick von Mutter und Vater sorgt für teils überraschende, teils lustige Einblicke in die Welt zweier berufstätiger Eltern mit drei Kindern, die in nur zwei Jahren geboren wurden.
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3 Antworten zu Kika kucken (Markus)

  1. pueppi schreibt:

    Auch eine Art den Kindern das Fernsehen abzugewöhnen 😀

  2. Wir haben die Erfindung des Festplattenrekorders gefeiert, seitdem wird praktisch nicht mehr „live“ geguckt.
    Es werden ausgewählte Sendungen aufgenommen und bei Bedarf angeschaut.
    Etwa 20 Minuten nach dem Abendessen, aber auch immer noch mit uns zusammen.
    Ab und zu gibt es Filme, wenn das Wetter am Wochenende nicht nach Rausgehen ist.

    Einen Nebeneffekt hat der Festplattenrekorder: Die Kinder denken jetzt überall, daß das Wunschprogramm zur Wunschzeit zur Verfügung steht. Hat nur leider noch nicht jeder in der Familie so einen. 😉

  3. Inch schreibt:

    Als meine klein waren, gabs noch kein Kika, jedenfalls bei der Großen nicht. Sie durfte dann nur bestimmte Sendungen sehen (und den Sandmann natürlich) Das hatte sie so verinnerlicht, dass, als die Oma sie mal betreute und irgendeine Serie im Beisein des Kindes gucken wollte, dieses so lange Zeter un Mordio schrie, bis die Oma ausschaltete. 😀
    Als sie 10 oder 12 war, schenkte ihr eine Tante ein eigenes Gerät für ihr Zimmer. Eine Woche lang hat sie vermutlich alles geguckt, dann war das erledigt.
    Und das Kleine? Das hatte auch irgendwann einen Fernseher im Zimmer. Sie hat aber immer bei mir geschaut. Weils zusammen einfach mehr Spaß macht. Jetzt, als sie in die WG gezogen ist, hat sie das Gerät hier stehen lassen.

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