Junge, Mädchen – der feine Unterschied (Lisa)

Den älteren Lesern unter Euch ist ja bereits bekannt, dass einer unserer Söhne auch gern mit Nagellack oder im Rock herumläuft. Wobei es heißen musste: lief. Nagellack ist zwar immer noch begehrt, an Röcken und Kleidern hingegen schien er das Interesse verloren zu haben. Bis gestern Abend.

Zum Einschlafen wollte Paul partout in einem Sommerkleid seiner Schwester schlafen, er nannte es korrekterweise Nachthemd. Helene erlaubte es, er zog das Kleid über und tja, was soll ich sagen. Es stand ihm einfach gut. Er drehte sich nach links, er drehte sich nach rechts, hielt den Rockzipfel hoch wie bei den Topmodels und fragte: „Bin ich schick?“ Oh ja, das war er. Und dann kam ich zu einer Erkenntnis.

Unsere Jungs werden nämlich oft jünger geschätzt, als sie sind, während unsere Tochter oft für älter gehalten wird. Und ich kann das den Leuten auch nicht verübeln, denn: Wenn ich mir anschaue, wie erwachsen Helene schon an ihrem vierten Geburtstag aussah und mir die Jungs anschaue, wie sie kurz vor ihrem vierten Geburtstag ausschauen, dann muss ich sagen: Helene sah in dem Alter schon deutlich älter aus. Und jetzt weiß ich auch warum!

Als Paul gestern im Kleidchen vor mir hertanzte, sah er nämlich plötzlich bedeutend älter aus! Es liegt an der Kleidung. Helene, die mit vier schon bunte Perlen-Kettchen trug und einen Zopf und ein Kleid, sah schon aus wie eine junge Dame. Während Jungs mit ihren Schlabbershirts mit BMX- oder Dinosaurierfiguren, Normalohosen und ungestylten Zottelhaaren halt einfach altersentsprechend jung aussehen.

Was uns das sagen soll? Nicht, dass kleine Mädchen nicht auf Frau getrimmt werden sollten. Nicht, dass Jungsmode stylischer werden sollte. Einfach nur, dass kleine Gender-Klischee-Grenzgänger für elterliche Erkenntnisse sorgen können. Dankesehr!

Über nusenblaten

Es geht um eine Mutter, einen Vater und ihre drei Kinder. Erst im Kinder-Mekka Prenzlauer Berg, nun mitten auf dem Land mit Ziegen und Fernweh. Es geht um die großen und kleinen Themen der Elternschaft. Der abwechselnde Blick von Mutter und Vater sorgt für teils überraschende, teils lustige Einblicke in die Welt zweier berufstätiger Eltern mit drei Kindern, die in nur zwei Jahren geboren wurden.
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Eine Antwort zu Junge, Mädchen – der feine Unterschied (Lisa)

  1. Daniela Schoeneburg Schultz schreibt:

    Ha, dass grosse-Schwester-Syndrom! Da ist es also auch. Wir haben die allerliebsten Fotos von Alaric im Tutu seiner grossen Schwester – er fands herrlich. Einen gewissen schreiend pinken Tuellrueck wollte er soooo gerne haben – die aufgeklaerte Mutter kaufts. Das Ding hat sogar Baumklettereien ueberlebt. Nagellack war sowieso ein Hit.
    Die Aufklärung ueber gesellschaftlich erwuenschte Kleiderordnungen fuer die Geschlechter haben dann spaeter die gleichaltrigen Kindergartenkollegen uebernommen.
    Wenngleich: Nagellack auf dem grossen Zeh findet er immer noch toll 😉

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