Tierisch schwierig (Markus)

Wir wollen uns ein Haustier anschaffen, wissen aber nicht welches. Wir haben Platz, es gibt Ställe und jede Menge Weideland, also reden wir jetzt nicht über Hasen, Goldfische oder Zebrafinken, sondern über etwas Größeres. Sagen wir, von der Katze aufwärts.

Zunächst dachten wir an ein Schwein, ein bisschen aus Eigennutz, und weil dort, wo wir wohnen schon einmal Schweine gehalten wurden. Wir könnten uns ein etwa zwei Monate altes Ferkel zulegen, es neun Monate lang füttern, um nicht zu sagen: mästen. Und dann bringen wir es zum Schlachter. Oder noch besser: Wir holen den Schlachter auf den Hof. Unsere Kinder können dann sehen, woher die Leberwurst kommt, die sie so gern essen. Als Lisa klein war, hatte ihre Eltern ein Schwein, es hieß: Albert Einschwein.

Gegen ein Mastschwein spricht die Dauer der Haltung. Nach neun Monaten wäre schon Schluss mit der fröhlichen Fleischbeschau. Dann gehts um die Wurst. Anders wäre das bei einer Ziege. Die würden wir natürlich nicht schlachten lassen. Eine Ziege ist relativ leicht zu halten. Sie frisst Küchenabfälle, Rinde (Eiweiß!) und natürlich Gras. Eine Ziege kann man in einem kleinen, mobilen Gehege auf der Wiese halten, das man je nachdem wie kurz der Rasen werden soll, verschieben kann. Eine Ziege erspart also einige Fahrten mit dem Rasenmähertraktor und das wäre angesichts der Rasenfläche, die wir haben, ein echter Vorteil. Man kann eine Ziege auch einfach dort anflocken, wo der Rasen gerade zu lang ist. Aber eine Ziege ist natürlich kein Spielgefährte. Gehorsam ist sie nicht, sie meckert (und das immer irgendwie vorwurfsvoll) und stinkt, wenn sie ein Bock ist. Und ich bin skeptisch, ob sich die Ziege mit den Zwillingen verstehen wird. Oder die Zwillinge sich mit ihr.

Ein Minipony hätte da schon eher die charakterliche Eignung für ein smartes Miteinander von Mensch und Tier. Gegen ein Minipony spricht wahrscheinlich der Preis. Außerdem müssen wir uns kümmern und können so ein Minipony nicht einfach unter der Kastanie anflocken und es meckern lassen. Die Kinder müssten es striegeln und ausführen. Das schult natürlich im Umgang mit anderen Lebewesen, es stärkt das Verantwortungs-Bewusstsein, aber: Ein Minipony macht Arbeit. Es wäre praktisch ein viertes Kind und das wollen wir ja eigentlich vermeiden. Und dann die Frage: Wer kümmert sich um das Pony, wenn wir mal verreisen?

Tja, vielleicht sollten wir also doch über etwas Kleineres nachdenken. Sagen wir, über eine Katze und abwärts…

Über nusenblaten

Es geht um eine Mutter, einen Vater und ihre drei Kinder. Erst im Kinder-Mekka Prenzlauer Berg, nun mitten auf dem Land mit Ziegen und Fernweh. Es geht um die großen und kleinen Themen der Elternschaft. Der abwechselnde Blick von Mutter und Vater sorgt für teils überraschende, teils lustige Einblicke in die Welt zweier berufstätiger Eltern mit drei Kindern, die in nur zwei Jahren geboren wurden.
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5 Antworten zu Tierisch schwierig (Markus)

  1. H.Bimmelbahn schreibt:

    Hej, mein Haustier Vorschlag wären noch Schafe, die auch ein super Rasenmäherersatz sein können oder ihr schafft euch ein bisschen Federvieh an! Gänse, Enten oder Hühner ? Dann gibt es Ei und/oder Braten ?

  2. der kleine muc schreibt:

    Ich wollte es grade sagen. Ich hatte früher ein Schaf, das war ein hervorragender Rasemnäher, Kinderbegleiter, Welterklärer und allerbester Freund. Allerdings müsste man zwei Schafe nehmen, sonst vereinsamen sie zu sehr. Von einer Ziege würde ich, ebenfalls aus eigener Erfahrung, auch abraten, denn Ziegen sind gemein. Oder können gemein werden. Richtig gemein…. Na wie auch immer, Schafe sind super! Es gibt auch Schafe (z.B. Kamerun Schafe), die verlieren ihre Wolle von alleine, dann muss man sich nicht mal um die Schur kümmern. Andererseits hat die Schur auch was Tolles, denn anschließend können die Kinder die Wolle waschen (und ihr könnt eine neue Waschmaschine kaufen) und daraus tolle Dinge basteln.

    Ein Schwein allein ist auch traurig, das braucht einen Schweinefreund, und die würden Euch dann a) die Bude zustinken und b) den schönen Rasen umpflügen. Ein Zwergschwein-Pärchen wäre eine alternative, von wegen Größe der Katze?

    Ich weiß ja nicht, wie und wo ihr lebt, aber manche Bauernhöfe freuen sich auch, wenn man saisonweise die Kälbchen beherbergt, die den ersten Sommer auf die Weide sollen. Da wärt ihr dann quasi Kälber-Hotel, eure Zwerge haben was zu gucken und zu spielen (und kleine Kälber sind ungefährlich) und der Bauer einen günstigen Stellplatz.

    Aber wie gesagt – ich bin stark für Schafe!

  3. Vroni schreibt:

    Wir hatten die Sache mit der Sau (in Bayern). War ganz putzig, so ein Viecherl ist wirklich ganz bezaubernd. Schlachten konnten wir das Tier nicht mehr, weil es schon bald zur Familie gehörte und eben so bezaubernd und ausgesprochen süß war. Es starb an Altersschwäche.

  4. Inch schreibt:

    Also mal zur Ziege: Wir haben insgesamt drei Ziegen an Kinderheime verschenkt. Die eine, die Emma, wollten wir gar nicht hingeben, weil sie ziemlich bösartig war. Aber da wir ihr eines Kind Piggeldy hin gegeben haben, wollte die Heimleiterin unbedingt auch die Mutter dazu. Das andere Kind,Piggeldu, ist in ein anderes Kinderheim gegangen. Alle drei Ziegen sind absolut zahm geworden und die Lieblinge in beiden Kinderheimen. Ich denke also, wenn ihr ein Zicklein kauft, können die Kinder schon ein bisschen schmusen und streicheln und so. Der Rasen wird gepflegt… Ihr müsstet allerdings aufpassen, das die Ziege nicht alles „pflegt“

  5. Was zu bedenken ist: der Rasen, den das Schaf pflegen soll, ist danach nicht mehr für Freizeitaktivitäten nutzbar. Wegen der Schafscheiße. Wahrscheinlich muß man auch eine Quarantänezone im Eingangsbereich einrichten, damit die Zwillinge u.a. nicht den Dreck unter den Schuhen im ganzen Haus verteilen…
    Das sind so meine Erfahrungen mit Schafen. Bei uns laufen sie ab und zu auf dem Hof herum, damit wir ihn nicht mähen müssen und ich hab jedesmal danach wieder Lust zu doch zu Mähen…

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