NEIN! (Lisa)

Nein sagen, wie soll das gehen? Ich kann das nicht.

Ich habe den Traktor mit dem Güllefass heut morgen im Supermarkt gekauft, weil mein Fieber-Franz so dackelig-bittend schaute. Ich habe dankend „Ja, bitte“ gesagt, als ein neuer Auftrag winkte, obwohl ich weiß, dass das zeitlich gar nicht drin ist. Ich hätte mich sogar glatt zum Elternsprecher wählen lassen, ohne Lust, einfach nur, weil ich gefragt wurde. Zum Glück hat sich dann noch jemand anders gemeldet.

Was ist da los mit mir? Geht es um Anerkennung? Darum, dass ich mich freue, weil mich jemand zu brauchen scheint? Werde ich nicht schon genug gebraucht von meinen Kindern, meinem Mann, meinen Freunden, meinem Arbeiteber, meiner Spüle und meinem Bett? Geht es wirklich darum, sich gewollt zu fühlen oder bin ich nach all den Trotzphasen und Widerständen einfach zu müde, um Nein zu sagen? Ist das ein Mutterphämomen oder tiefenpsychologisch zu begründen?

Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich gerade einige wichtige Unisachen fertig machen wollte. Und dass mich Nusenblaten dann so anlächelte, dass ich mal wieder nicht Nein sagen konnte…

Über nusenblaten

Es geht um eine Mutter, einen Vater und ihre drei Kinder. Erst im Kinder-Mekka Prenzlauer Berg, nun mitten auf dem Land mit Ziegen und Fernweh. Es geht um die großen und kleinen Themen der Elternschaft. Der abwechselnde Blick von Mutter und Vater sorgt für teils überraschende, teils lustige Einblicke in die Welt zweier berufstätiger Eltern mit drei Kindern, die in nur zwei Jahren geboren wurden.
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5 Antworten zu NEIN! (Lisa)

  1. der kleine muc schreibt:

    Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich vermuten, wir wären verwandt. Aber mir hat mal jemand gesagt, dass man so ist, weil man einfach nur ein guter Mensch sei. Und das finde ich eine sehr schöne Erklärung, die ich dir gern weitergebe. Karma!

  2. Unsichtbar schreibt:

    ja sagen macht spaß. es ist schön wenn andere sich freuen. aber: ja sagen ist auch etwas was mädchen/frauen beigebracht wird, die dann auch noch dankbar sein sollen dass sie überhaupt gefragt werden. das ist eben unsere vorstellung von guten menschen: sie machen was andere von ihnen wollen. lieber unter der last zusammenbrechen als jemanden kurzfristig zu enttäuschen… NEIN sagen macht übrigends auch spaß. und dann lässt sich noch viel besser ja sagen zu den dingen die wirklich ein ja verdienen.
    und zu meinem kind kann ich auch nur schwer nein sagen aber zu anderen, das hab ich geübt und siehe da, sind immer noch alle nett zu mir.

  3. Cocoloress schreibt:

    Wer kann schon NEIN sagen zum Nusenblaten?!?

  4. Sarina schreibt:

    Also ich bin noch keine Mutter, aber kenne das Problem auch all zu gut. Ich habe gemerkt, dass mich dieses „Ja-sagen immer dann überkommt, wenn ich vorher nicht genug darüber nachdenken könnte. Sprich so spontane Anfragen per Telefon oder zu Situationen, wo man so gar nicht drauf eingestellt ist. Dann erst einmal ja sagen, dann in der freien Minute verdauen und merken, damit ist man ja doch nicht so glücklich, tja nur wie kommt man dann da wieder raus ohne jemand vor den Kopf zu treten. Also schwierig, schwierig…

  5. cloudette schreibt:

    Ja-Sagen finde ich super, wenn ich es auch so meine. Wenn ich die Dinge gerne mache oder zumindest so notwendig finde, dass ich sie mit einem „ja, ich machs“ übernehme (auch wenn ich keine große Lust dazu habe). Aber es gibt auch dieses schnelle Ja, das eigentlich keines ist, damit Ruhe im Karton ist oder weil ich nicht enttäuschen & gemocht werden will oderoder … das sind die Fälle, in denen ich mich nachher ärgere. … Als kleine Taktik versuche ich mir anzugewöhnen: Mir auch unter Zeitdruck Zeit zu nehmen, kurz zu überlegen, ggf. zurückzurufen, nicht gleich zu antworten und mir die Frage zu stellen: Will ich’s wirklich? Klappt nicht immer, aber immer öfters, denn, wie Unsichtbares auch schreibt: So schlimm ist es nicht und man kann es üben😉

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